Vollkommen unter dem Radar ist vergangene Woche das neueste Spiel von Supermassive Games, dem Studio hinter „Until Dawn“ entschieden. Das Spiel ist Teil der aktuellen PlayLink-Serie von Sony und unterstützt auf diese Weise alternative Eingabemethoden und Social Gaming als moderne Trends. „Hidden Agenda“ ist entgegen der anderen Veröffentlichungen der Serie mit seiner Geschichte sehr viel erwachsener, da es im Spiel um die Jagd nach einem Serienmörder geht.

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Dabei lässt sich das Spiel wahlweise allein im Story Mode oder alternativ auch mit 2-6 Spielern im competitive Mode spielen, wobei sich die Modi hauptsächlich durch die Fokussierung auf einen oder mehrere Spieler unterscheiden. Die Geschichte bleibt davon grundsätzlich unberührt. Ähnlich wie bei „Until dawn“ oder auch ähnlich gelagerten Spielen, wie „Heavy Rain“ spielen wir im Spiel nicht nur einen Charakter, sondern in diesem Fall zwei unterschiedliche Charaktere.

Die Prämisse der Geschichte ist, dass ein Serienmörder, der Trapper Killer, der Menschen tötet und diese deren Leichen dann mit weiteren Fallen präpariert, um auch noch die Polizei, die zum Ort des Verbrechens geschickt werden, zu töten, eigentlich seit 4 Jahren im Gefängnis auf seine Exekution wartet, sich jedoch kurz vor dem Exekutionstermin herausstellt, dass eine falsche Person dafür im Gefängnis sitzt und der wahre Killer nach wie vor auf freiem Fuß ist und weiter mordet. Es liegt an uns als Spieler herauszufinden, wer der echte Killer ist, dessen Hintergründe und Beweggründe aufzudecken und Beweise für die Unschuld des fälschlich Inhaftierten, denn die Zeit bis zur geplanten Exekution wird knapp…

Wir spielen im Rahmen dieser Geschichte zum einem Detective Becky Marnie und zum anderen die Staatsanwältin Felicity Graves, die beide eine Vorgeschichte mit dem Fall haben. Im Spielverlauf liegt es dann an unseren Entscheidungen als Spieler, wie viel wir herausfinden, ob wir den wahren Killer stellen können oder ob ein Unschuldiger sterben muss. Dabei beschränkt sich das Spielprinzip auf unsere Auswahl von Entscheidungen zum Verhalten des Charakters und Dialogauswahl, ähnlich wie man es von den Spielen von Telltale kennt, gepaart mit Quick Time-Events in Actionreichen Verfolgungsjagden und zeitsensitiven Suchen nach versteckten Hinweise in bestimmten Arealen. Die Elemente sind die einzigen Interaktionsmöglichkeiten mit dem Spiel, denn auf Grund des Steuerungskonzepts von PlayLink wird das Spiel nicht mit einem Controller, sondern mit einer dazugehörigen Smartphone App gesteuert. Das funktioniert zwar wirklich gut und ähnlich wie eine Maussteuerung, aber ist eindeutig als Gimmick aufgesetzt.

Mag dieses Konzept vom „Multiplayer“ noch einen gewissen Sinn haben, da jeder Spieler per Smartphone die Entscheidung trifft und dabei die Option mit den meisten Antworten entscheidet so hätte man zumindest beim Solo-Spiel darauf verzichten können und zumindest als Alternative eine normale Controllersteuerung anbieten können. Zusätzlich kann man das Spiel wohl irgendwann, wenn die App nicht mehr verfügbar ist, gar nicht mehr spielen…

Grafisch bietet Supermassive Games hier wieder höchste Qualität ab. Die Charakteranimationen sehen lebensecht auf und auch Kleinigkeiten, wie zum Beispiel die Animation von Augen und Zähnen, die schnell unecht und plastik-ähnlich wirken können, sehen hier viel stimmiger aus, als noch bei „Until Dawn“. Die Areale sind ebenfalls sehr detailliert, auch wenn es bei fast jedem Szenenwechsel merkliche Pop-ins gibt.

Das Spiel ist zwar pro Durchgang in knapp um die 90 Minuten beendet lädt aber durch viele unterschiedliche Entscheidungen und daraus resultierende komplett andere Spielverläufe und zig unterschiedliche Enden zum mehrfachen Spielen ein. So sind das Stellen des wahren Killers oder der Tod des Unschuldigen im Gefängnis nur zwei der unterschiedlichen Ausgangsmöglichkeiten und besonders da das Spiel direkt zur Veröffentlichung zum Budgetpreis erhältlich ist, kann man hier eigentlich nichts falsch machen, wenn man auf spannende Geschichten mit Fokus auf die Geschichte steht und einen die Implementierung der Steuerung via App nicht abschreckt.

Ich mag persönlich diese interaktiven Erlebnisse, wie die Telltale-Spiele oder auch Heavy Rain, etc. und habe daher den Kauf in keiner Weise bereut.

NB@28.11.2017