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Das Studio Ratalaika Games scheint mittlerweile fest in der Nische für kleine, rein digital vertriebene, Spiele mit sehr einfacher Trophäenliste etabliert zu sein. Besonders schön ist, dass es sich dennoch um „echte Spiele“ handelt, also kein Stumpfes Knöpfchendrücken à la „My Name is Mayo“, sondern hier ist wirklich ein Spiel enthalten, was man auch abseits der Trophäenjagd spielen kann. Auch wenn ich erst kürzlich über eins der Spiele, „Jack N‘ Jill DX“ berichtet habe, gibt es noch zwei weitere neue Games von Ratalaika Games, die bisher ziemlich unter dem Radar erschienen sind. Da die Spiele wirklich recht erschwinglich sind und mich die Beschreibungen jeweils wirklich angesprochen haben, konnte ich nicht wiederstehen konnte mir diese mal genauer anzusehen. Den Anfang macht „Super Destronaut DX“, das bereits am 11.07.2018 im deutschen PlayStation Store veröffentlicht wurde.

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Das Spiel wird regulär für 4,99€ angeboten und kommt als Cross-buy für PS4 und PS Vita, wobei beide Versionen inhaltsgleich sind aber mit jeweils eigener (wenn auch inhaltlich identischer) Trophäenliste kommen. Ausgestattet ist das Spiel insgesamt mit 14 Trophäen (0 x Bronze, 2 x Silber, 11 x Gold und 1 x Platin), die sich entsprechend, wenn man PS4 und PS Vita besitzt, doppelt verdienen lassen. Wer (nur) an diesen Trophäen interessiert ist, wird nicht länger als 0,5-1 Stunde damit beschäftigt sein, doch beraubt sich eines wirklich interessanten Spieles. Das Spielprinzip ist dabei sehr stark an den Klassiker “Space Invaders”. Wir steuern ein kleines Raumschiff, dessen einziges Ziel ist die unterschiedlichen Außerirdischen Angreifer abzuschießen. Zugegeben ist das zwar nicht besonders vielschichtig und mehr Story ist auch nicht vorhanden, aber so braucht es auch keine aufwendigen Tutorials oder ähnliches. Einfach Starten und schon kann es losgehen mit dem Arcade-Spaß.

Von den Angreifern gibt es unterschiedliche, die dann in jeweils unterschiedlichen Pattern angreifen. Hier bekommt die klassische Formel einen kleinen Twist, denn wir müssen sowohl diesen Schüssen, sondern auch abgeschossenen Schiffen, die herunterfallen oder Hindernissen auf dem Boden ausweichen. Für einen Durchgang stehen uns insgesamt drei Leben zur Verfügung, die schneller weg sein können, als einem lieb ist. Die Grafik wird dabei von Neon-Farben und Gitternetzlinien, dem durch Spiele, wie „Far Cry 3: Blood Dragon“ geprägten, Neo-Retro-Schick geprägt, was sich mit dem minimalistischen Spielprinzip wirklich gut anfühlt. Nebenbei lassen sich durch bestimmte Aktionen auch zusätzliche Bildelemente, wie bildschirmfüllende Explosionen oder auch andere Verzerrer hervorrufen, die man je nach Belieben, aber auch ausschalten kann.

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Bestreiten kann man das Abenteuer entweder Solo oder sogar im Co-Op, was dem Spiel noch eine andere Intensität verleiht, aber nochmal mehr Spaß macht. Dieser Co-Op lässt sich, wie ein Co-Op im Grunde auch immer sein sollte, natürlich gemeinsam an einer Konsole spielen. Das Hauptziel ist dabei, ganz klassisch, so lange wie möglich durchzuhalten und einen möglichst hohen Highscore zu erzielen. Für das Spielen schaltet man dafür im Verlauf eine Reihe unterschiedlicher Waffen als Upgrades frei und je länger man möglichst lange (ohne Gegnertreffer) durchhält kommt noch ein Punktemultiplikator zum Tragen.

Für das Spielen stehen, neben dem „Multiplayer“ als Co-op auch noch weitere unterschiedliche Modi zur Verfügung: Die klassische Punktejagd im „Classic Mode“, mit „Time Attack“ einen Modus mit Zeitlimit, einen besonders schweren Modus namens „Hardcore“ oder auch mit „Challanges“ einen Modus, der insgesamt 30 unterschiedliche Herausforderungen (z.B. „Sammele 3 Power-Ups in 30 Sekunden“, „Eliminiere 100 Gegner“, „Erreiche einen 5x Multiplikator“, etc.), die dem Spiel einen abweichenden Fokus liefern und teilweise wirklich fordernd ausfallen.

Allerdings muss man auch erwähnen, dass dem Spiel, gerade im „Classic Mode“, leider etwas Abwechslung fehlt. Es gibt leider nur eine Handvoll Gegnertypen und spätere Stages unterscheiden sich lediglich durch die Anzahl der Gegner und deren „Angriffslustigkeit“. Hier wären noch ein paar weitere Typen und vielleicht der ein oder andere Boss noch ganz schick gewesen. Auch die Vorlage „Space Invaders“ hat sich mit Fortsetzungen immer mal wieder was neues einfallen lassen, was hier leider fehlt. Versteht mich nicht falsch, das Spiel macht wirklich Spaß und wird auch bestimmt auch in Zukunft immer mal wieder für eine schnelle Runde Highscorejagd zwischendurch herhalten, aber bietet wenig bis keine Langzeitmotivation. Für den recht schmalen Preis ist es dennoch, besonders für Trophäenjäger und Arcade-Enthusiasten empfehlenswert. Wer allerdings mehr Abwechslung und die ebenerwähnte Langzeitmotivation sucht, ist anderswo besser beraten…

NB@25.10.2018