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Ich habe mich in der jüngsten Vergangenheit sehr intensiv mit den Spielen von SNK über die „SNK 40th Anniversary Collection“ und auch deren Output auf dem Neo Geo mit dem Bericht über das „Neo Geo Mini (International)“ beschäftigt für das mein Review sich auch in den Endzügen befindet. Doch bei genauerer Recherche fehlt ein wirkliches Highlight des Neo Geo, das nun aber separat für moderne Konsolen erhältlich ist. Der wer könnte das Spiel über kompetitives Frisbee- oder Diskuswurf-Spiel vergessen? – Kenner wissen wahrscheinlich schon worum es geht, nichts geringeres als „Windjammers“.

 

Doch warum findet man das Spiel weder auf der Mini-Konsole, noch auf der Collection? – Der Grund dafür ist denkbar einfach, denn auch wenn das Spiel neben der Arcade exklusiv auf dem Neo Geo erschienen ist und von SNK gepublished wurde, ist es keine Entwicklung von SNK, sondern von den mittlerweile Bankrotten Entwicklerstudio Data East. Zwar liegen die Recht seit dem Bankrott eigentlich bei Paon DP, doch allem Anschein nach hat sich in der Zwischenzeit DotEmu zusätzliche Rechte an der Vermarktung gesichert. Zwar wird Paon DP neben DotEmu in den Credits aufgeführt, aber die aktuelle Veröffentlichung kommt ohne Hinweis auf Data East aus. DotEmu, die bereits mit einigen Ports klassischer Spiele, wie unter anderem auch hinter dem Port von „Another World“ stecken, über den ich auch schon berichtet habe, haben das Spiel in einer remasterten Version sowohl für PS4, PS Vita und seit Oktober diesen Jahres auf für Nintendo Switch veröffentlicht.

 

Das Spiel wurde ursprünglich bereits 1994 veröffentlicht und ist neben dem internationalen Namen „Windjammers“ in Japan auch unter dem Titel „Flying Power Disc“ bekannt und ist eine interessante und sehr Arcade-lastige Mischung aus Air Hockey, „Pong“ und Tennis. – Doch anstatt eines Balls wird ein Diskus verwendet, wenn zwei Gegner (Online oder Offline) gegen einander antreten. Zur Auswahl stehen dabei sechs unterschiedliche Charaktere, die jeweils einem Land zugeordnet sind. Wir sehen das Geschehen dabei aus einer isometrischen Ansicht und haben somit einen kompletten Überblick über das vertikal geteilte Spielfeld auf dem sich das Match abspielt. Wir steuern unseren Charakter dabei auf einer der beiden Seiten des Spielfeldes und können ihn in alle auch Richtungen bewegen. Das Ziel des Spieles ist den Diskus in das „Tor“ des Gegners zu werfen, was jeweils die gegenüberliegende Bande ist und im Gegenzug müssen wir natürlich versuchen eingehende Treffer zu vermeiden. Da ein Direktwurf meist keinen Erfolg hat sind wir angehalten für unsere Würfe die Banden mit zu verwenden, was sehr dem Spielprinzip beim Air Hockey ähnelt. Um noch mehr Taktik in das Spiel einfließen zu lassen sind die Banden noch in verschieden-farbige Zonen eingeteilt, die unterschiedlich viele Punkte wert sind.

 

Treffen wir einen gelben Bereich bekommen wir drei Punkte, schaffen wir es hingegen sogar einen roten Bereich zu treffen, der verständlicherweise sehr viel schwerer zu treffen ist, bekommen wir ganze fünf Punkte gutgeschrieben. Zusätzlich gibt es noch Strafpunkte, wenn wir versuchen eine Disk im Flug zu fangen, diese aber herunterfällt. Dann werden dem Gegner automatisch zwei Punkte gutgeschrieben. Die Steuerung ist dabei zwar mit vielen Moves gespickt, geht aber dennoch sehr intuitiv und leicht von der Hand, sodass es eine kaum erkennbare Lernkurve gibt, wenn man das Spiel zum ersten Mal spielt.

 

Da die Charaktere unterschiedliche Stärken und Schwächen (Geschwindigkeit, etc.) und es unterschiedliche Arten des Spielens gibt, je nachdem wer den Aufschlag ausübt muss man seine Art des Spielens ständig zwischen offensivem und defensivem Spiel wechseln, wobei wir gerade wenn der Gegner am Zug ist versuchen müssen sein Spiel zu antizipieren. Dabei gibt es insgesamt zwei unterschiedliche Wege ein Match zu gewinnen: Entweder die meisten Punkte zum Timeout oder Erreichen der maximalen Punktzahl pro Set. Jedes Match besteht aus 3 Sets, die je nach Einstellungen zwischen 30 und 99 Sekunden laufen können, wer am Ende des Timeout die meisten Punkte hat oder vor dem Gegner 12 Punkte erreicht, gewinnt das Set. Wer 2 der 3 Sets gewonnen hat, gewinnt das Match.

 

Von der technischen Seite kann sich das Spiel wirklich sehen lassen und wurde ohne lediglich durch einige kleine Anpassungen optimiert. Die Grafik präsentiert sich in liebevoller 16bit Pixelgrafik, die sehr stark an Spiele des SNES erinnert, läuft sehr flüssig und ohne erkennbare Slowdowns. Die Farben sind insgesamt sehr leuchtend und auch der Soundtrack untermalt das etwas andere Sportspiel. Besonders spaßig ist die Inszenierung anfangen bei den Charakteren, denn diese Stereotypen sind sowas von 90er-Jahre-Cool, dass es fast nicht mehr besser geht und nehmen sich sowas von ernst, was das, zugegebenermaßen recht simple, Spielprinzip ad absurdum führt und gerade auf Grund seiner Simplizität so süchtig macht. Sprachsamples und Gesichtsanimationen nach dem Match in bester „Street Fighter II“-Manier tun ihr übriges zur Untermalung der Stimmung, egal ob man alleine gegen den CPU, offline gegen einen Kumpel, der mit auf der Couch sitzt oder online gegen Freunde oder Fremde spielt.

 

Und ja, da es sich um ein altes Spiel, das ursprünglich in 4:3 konzipiert war, gibt es diverse Einstellungsmöglichkeiten für Bildausschnitt, Ränder, Scanlines, etc., was den bisher schon sehr positive Gesamtbild entsprechend abrundet und so weiß das Spiel heute noch genauso zu begeistern, wie bereits 1994 in der Spielhalle. Auch wenn der reguläre Preis mit 14,99€ für mein Empfinden einen Tick zu hoch ist, bekommt man dafür eins der besten Spiele der Neo Geo-Ära und da das Spiel auf der PlayStation auch Cross-Buy ist bekommt man gleich sowohl die Version für die PS4, wie auch die PS Vita in einem Paket. Wer sich beeilt kann übrigens noch den bis zum 22.12. (!!!) laufenden Sale ausnutzen und das Spiel mit 60% Rabatt für 5,99€ bekommen, was ein mehr als fairer Preis ist. Hier ist der Link zum Store

NB@20.12.2018

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