PS4 Review: „Disney Classic Games: Aladdin and The Lion King“ #disneyclassicgames #aladdin #thelionking

Besonders „Aladdin“ für den Sega Mega Drive war eins meiner liebsten Spiele für Sega’s 16-Bit-Konsole, umso interessanter fand ich die recht überraschende Ankündigung, dass das Spiel zusammen mit „König der Löwen“ auf modernen Konsolen wieder veröffentlicht wird. Und noch mehr, die Sammlung sollte nicht nur unterschiedliche Versionen der Spiele, sowie umfangreiches Bonusmaterial enthalten, sondern auch eine frühe Demo, die bisher noch nie irgendwo veröffentlicht wurde und sogar eine Version, die extra für die Neuveröffentlichung von den Originalentwicklern überarbeitet wurde. Aber rechtfertigt das einen regulären zwischen 30 und 40 Euro zu dem die Sammlung in den Regalen steht? – Um das herauszufinden habe ich mir die Version jüngst beim Black Friday zugelegt und nun intensiv ausprobiert, um darüber zu berichten.

Das Spiel startet mit einer Auswahl des jeweiligen Films, wobei über links und rechts zwischen den Filmen, die jeweils über ein eigenes Menü verfügen hin- und hergeschaltet werden kann. Über die Auswahl bekommen wir Zugang zu den enthaltenen Spielen, dem dazugehörigen Bonusmaterial, wie Making of-Videos, Konzeptzeichnungen und Auszügen aus den Soundtracks. Dabei ist allerdings anzumerken, dass das insgesamt magere Bonusmaterial zu „König der Löwen“ fast ausschließlich aus Promo-Material, das zur Veröffentlichung herausgebracht wurde, besteht und lediglich für „Aladdin“ neue Videos und Interviews mit den Machern erstellt wurden, ein Trend der auch bei der Spielauswahl deutlich wird, denn dabei hat auch „Aladdin“ eindeutig mehr Aufmerksamkeit bekommen und bei „König der Löwen“ gibt es keine Demo- oder überarbeitete Fassung.

Enthalten sind die folgenden Spiele:

  • Aladdin –Mega Drive-Version
  • Aladdin – Final Cut-Version
  • Aladdin – Trade Show-Version
  • Aladdin – Japanische Mega Drive-Version
  • Aladdin – Gameboy-Version (SW/Koloriert)
  • The Lion King – Super Nintendo-Version
  • The Lion King – Mega Drive-Version
  • The Lion King – Japanische Mega Drive-Version
  • The Lion King – Gameboy-Version (SW/Koloriert)

Zwar ist das eine recht umfangreiche Inhaltsliste, doch was dem aufmerksamen Beobachter wahrscheinlich dabei auffällt ist, dass es die Version von „Aladdin“ vom Super Nintendo leider nicht in die Sammlung geschafft hat. Das liegt zwar daran, dass diese Version seinerzeit von Capcom entwickelt und gepublished wurde und nicht von federführend von Virgin, wie bei den enthaltenen Spielversionen, dennoch stößt das Fehlen leider unschön auf, da ich gehofft hatte ALLE Versionen in der Sammlung zu finden. Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass man sich für die Veröffentlichung alle Rechte gesichert hat, aber anscheinend trifft das nur auf die Virgin-Spiele zu. Dennoch fehlen komischerweise auch die GameGear-Versionen, deren Rechte auch bei Virgin lagen… Und einen Hinweis auf der Hülle, welche Versionen genau enthalten sind und welche nicht, sucht man leider vergebens.

Aber schauen wir uns die Spiele mal an: Die größten Unterschiede gibt es bei „Aladdin“, denn neben der unveränderten Mega Drive-Version, über die ich bereits ausführlich in meinem Review berichtet habe und der nahezu identischen Japanischen-Version gibt es den im Vorfeld groß beworbenen „Final Cut“ und die „Trade Demo“. Die Trade Demo wurde 1993 in Chicago vorgestellt und enthält eine frühe Version des Spieles. Sie umfasst leider nur drei Levels, die sich aber vom finalen Spiel unterscheiden. So gibt es zwar ein paar unfertige Animationen, fehlende Texturen und noch recht schlecht ausbalanciertes Gameplay, was sich in einem hohen Schwierigkeitsgrad widerspiegelt, aber auch einige Elemente, die man nicht im fertigen Spiel findet. Der „Final Cut“ hingegen ist eine komplett überarbeitete Version der originalen Mega Drive-Version von 1994, die einige Verbesserungen enthält, die die Entwickler bereits damals implementiert hätten, wenn sie mehr Zeit gehabt hätten. Es handelt sich dabei um Verbesserungen an der Kamera, dem Schwierigkeitsgrad, aber auch kleine Erweiterungen in den Levels und Gegnervariation. Allerdings muss ich zugeben, dass mir beim Durchspielen keine nennenswerte Veränderung aufgefallen ist. Das ist wahrscheinlich nur der Fall, wenn man beide Versionen Side-by-Side sieht oder jeden Bereich bis zum letzten Pixel auswendig kennt. Man sollte also von dieser Version nicht zu viel erwarten und es eher als das Äquivalent eines Day-One-Patches ansehen. Zu guter Letzt gibt es noch die Gameboy-Version des Spiels, die eine heruntergeschraubte Version der Mega Drive-Version ist. So ist sowohl das Level-Layout, wie die Gegnerposition absolut identisch, auch wenn selbstverständlich mit sehr viel weniger Pixel, einer etwas merkwürdigen Umschaltmechanik von Nah- und Fernwaffe und aus unerklärlichem Grund auch Slowdowns. Doch das scheint nach etwas Recherche auch schon bei der ursprünglichen Veröffentlichung der Fall gewesen zu sein, weswegen man es nicht der Sammlung ankreiden darf. Zwar ist mir nicht klar, warum man die Gameboy-Versionen in einem Untermenü als „Bonusspiele“ klassifiziert, aber es ist immerhin schön, dass man einige unterschiedliche Versionen der Spiele bekommt, auch wenn ich immer noch eine Inkludierung der SNES-Version vermisse.

Wechselt man hingegen zur „König der Löwen“-Seite der Medaille werden die Unterschiede noch weniger auffällig, da wir im Grunde drei Mal das gleiche Spiel und dann mit der Gameboy-Version eine heruntergeschraubte Version des Spiels bekommen. Wie schon bei „Aladdin“ ist die Gameboy-Version eine heruntergeschraubte Version des 16-Bit-Vorbildes mit gleichem Layout und allem, was dazu gehört. Und auch bei den großen Versionen sind kaum Unterschiede festzustellen. Zwar sind die Grafik und die Animationen in der SNES etwas verwaschener und der Soundtrack dafür etwas knackiger, aber dennoch handelt es sich um das gleiche Spiel, wie auf dem Mega Drive. Die Level sind komplett identisch, es gibt keine Unterschiede im Gameplay und bis auf die Sprache gibt es auch keine Unterschiede zur japanischen Version. Über das Spiel an sich habe ich auch schon ein eigenes ausführliches Review verfasst, weswegen ich auch hier nicht weiter auf die Spiele an sich eingehe und stattdessen den Test verlinke.

Was die Sammlung allerdings von den ursprünglichen Versionen unterscheidet, sind moderne Annehmlichkeiten, wie Speicherpunkte, Bildschirmoptionen und eine Rückspulfunktion, die gerade bei den teils nervigen Plattformer-Passagen helfen den Frust im Zaum zu halten. Wir haben in jeder Version des Spiels einen Speicherpunkt, den wir nach Belieben setzen und wiederherstellen können. So können wir auch ohne nervige Passworteingabe das Spiel beenden und beim nächsten Start an der gleichen Stelle weitermachen. Weiter können wir den Bildschirm entweder in seiner Originalauflösung, etwas heran gezoomt, oder auf die komplette Bildschirmgröße gestreckt ausgeben lassen, wobei die ersten beiden durchaus zu empfehlen sind, aber die gestreckte Variante die Grafik meiner Meinung nach zu sehr verfälscht. Diverse Bildschirmfilter, wie CRT, LCD, PC und so weiter können nach Bedarf dazugeschaltet werden und statten das Bild mit unterschiedlichen Scanlines aus, mit dem ich mich aber nie so wirklich anfreunden kann, da das Bild durch diese künstlichen Filter zu stark abgedunkelt wird. Ich habe euch dazu ein paar Beispiel der unterschiedlichen Filter gemacht:

Zu guter Letzt kann man pro Spiel noch entscheiden, ob man einen Rahmen um den Bildausschnitt haben möchte, oder lieber schwarze Balken in Kauf nimmt. Das kann jeder nach seinen persönlichen Vorlieben entscheiden, wobei es allerdings keine unterschiedlichen Designs der Rahmen gibt, sondern eine Version für „Aladdin“ und eine Version für „König der Löwen“, die im Grunde nur ein Screenshot aus den Filmen sind. Doch das ist noch nicht alles, denn ein Feature gibt es noch, das sehr prominent auf der Hülle beworben wird und das ich bisher in keinem anderen Spiel gesehen habe: der „Watch-Mode“ – Darin können wir ausgewählte Versionen der Spiele von Anfang bis Ende automatisch ablaufen lassen. Das Spiel ist dann eine Aufzeichnung, die wir nach Belieben Vor- und Zurückspulen können, die wir allerdings an jeder beliebigen Stelle unterbrechen können, um selbst weiterzuspielen. Das kann besonders hilfreich sein, wenn man einen Boss nicht schafft. Zugegebenermaßen entfernt das zwar den Sinn eines Spiels, wenn man es nicht selbst spielt, aber auf diese Weise kann man Bereiche des Spiels sehen, die man mit einem Passwortsystem leider verpassen würde. Und gerade für Trophäenjäger ist dieses Feature ein Weg die Platin ohne größere Aufwände in weniger als 1 Stunde einzusammeln, obwohl man sonst unterschiedliche Versionen der Spiele auf unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden absolvieren müsste, was die Sammlung zu einer der schnellsten Platin-Trophäen der letzten Zeit macht. Insgesamt gibt es im Spiel 16 Trophäen (2 x Bronze, 4 x Silber, 9 x Gold, 1 x Platin) zu verdienen, was auf der Xbox One 1000GS entspricht.

So kommt es auf diese Weise, dass die Hauptzielgruppe dieses Spiels wahrscheinlich die Trophäenjäger sein werden, die mitunter die Spiele gar nicht spielen. Denn auch wenn ich so meine Probleme mit der Sammlung habe, da nicht alle Versionen enthalten sind, so sieht die hoch-skalierte Grafik auf 1080p dennoch wunderschön aus und die Farben kommen auch gut raus. So angenehm kann man die Spiele sonst heute nicht mehr spielen. Gerade die Rückspulfunktion hätte ich bei meinem Durchspielen auf dem Mega Drive an manchen Stellen wirklich gebrauchen können, obwohl das zugegebenermaßen nur eine Frage der Übung ist. Allerdings finde ich den Preis leider etwas uberzogen. Andere ähnlich-gelagerte Sammlungen, wie unter anderem die „Castlevania – Anniversary Collection“ oder auch die „Disney Afternoon Collection“ sind regulär bei 19,99 Euro angesiedelt, was dieser Sammlung auch besser stehen würde. Aber das wird wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit sein, bis die Sammlung im Preis fällt. Und vielleicht kommen wir ja auch irgendwann in den Genuss die SNES-Version von „Aladdin“ auch noch auf modernen Konsolen zu bekommen…

Entwickler:         Digital Eclipse

Publisher:           Nighthawk Interactive

Erhältlich auf:    PC, PS4, Xbox One, Nintendo Switch

NB@19.12.2019

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

 

 

 

3 Gedanken zu “PS4 Review: „Disney Classic Games: Aladdin and The Lion King“ #disneyclassicgames #aladdin #thelionking

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