Hardware Review: „The C64 Maxi“ #thec64 #TBT #ThrowbackThursday

Rückkehr des Brotkastens! Für europäische Retrospieler wird der C64 zweifelsohne immer einen speziellen Platz einnehmen. So war es nur mehr als logisch, dass der klassische Computer eine Neuauflage im Miniformat bekommt, was 2018 der Fall war. Allerdings brachte der Mini auch ein paar Fehler mit, die die Entwickler nun mit einer ganz besonderen Neuauflage ausmerzen: dem C64 in Originalgröße! – Schauen wir daher Mal, ob die Rechnung aufgeht.

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Die größten Kritikpunkte am Mini waren:

  • Eine nicht funktionale Tastatur
  • Ein Joystick ohne Mikroschalter
  • Eingabeverzögerungen
  • Farbabweichungen der Gehäusefarbe

Und auch wenn man den Punkt der Eingabeverzögerungen schon kurz nach dem Release mit einem Firmware-Update größtenteils ausgemerzt hat, waren die weiteren Punkte nicht so einfach zu beheben. Zwar bietet der Mini sowohl eine On-Screen-Tastatur, sowie die Möglichkeit eine USB-Tastatur anzuschließen, was aber beides umständlich und ungelenk ist, wenn manche Spiele sporadische Tastatureingaben verlangen. Doch all das gehört mit dem neuen Modell der Vergangenheit an, denn nicht nur kommt das neue Modell in 1:1 Originalgröße, einer kompletten und funktionierenden Tastatur, einer korrekten Farbe und einem allgemein schnelleren UI, sondern sogar mit einer komplett überarbeiteten Version des Kult-Joysticks „Competition Pro“ MIT Mikroschaltern. Zusätzlich behält man die modernen Vorzüge wir USB- und HDMI-Anschluss bei, die das System um einiges zugänglicher machen, als das Original. So ist der „Brotkasten“ zwar außen zwar äußerlich klassisch, aber innen denn modern.

Die riesige Packung beinhaltet neben dem C64 Maxi, einen kabelgebunden USB-Joystick, ein HDMI-Kabel, ein USB-Kabel, einen Netzadapter und eine Kurzanleitung. Die Verarbeitung ist hochwertig und ohne erkennbare Abweichungen zum Original. So haben die Tasten neben den oben angebrachten  Buchstaben und Satzzeichen auch die seitlich angebrachten Symbole, die beim Mini fehlten. An der rechten Seite befinden sich neben dem Abschaltet noch drei USB-Anschlüsse, die sowohl für Joysticks, wie auch Speichermedien mit Firmware-Updates oder Spielen verwendet werden können. Auf der Rückseite befindet sich neben dem HDMI-Anschluss auch ein Micro-USB-Anschluss für die Stromversorgung und ein weiterer USB-Anschluss. Als Monitor kann dank HDMI jeder gängige Fernseher oder PC-Monitor verwendet werden. Die Stromversorgung funktioniert über das USB-Kabel und kann entweder über den Netzadapter durch die Steckdose oder einen USB-Port am Monitor gespeist werden.

Auch der Joystick kann sich endlich sehen lassen, denn auch wenn er äußerlich bis auf einen schwarzen, anstatt eines roten Sticks identisch aussieht, im Inneren nun endlich über Mikroschalter verfügt, die für eine präzisere Bedienung und das charakteristische Klicken als Rückmeldung der Eingabe verfügen. Er ist hochwertig verarbeitet, liegt gut in der Hand da das UI am C64 Maxi schneller arbeitet, ließen sich auch keinen nennenswerten Verzögerungen in der Eingabe feststellen.

Dass das System sowohl an alte, wie auch neue Fans appellieren möchte, zeigt sich schon, wenn man den Maxi das erste Mal startet, denn neben der Systemsprache, bei der wir alle gängigen europäischen Sprachen auswählen können, können wir den Start-Modus auswählen. Zur Auswahl steht der klassische Parser oder das moderne Karussell. So können Puristen Dank der Tastatur Befehle in die Tasten klimpern, um die Spiele zu starten und andere wählen diese über einen Auswahlschirm, der die komplette Liste der Spiele samt Inhalt, Screenshots und Cover beinhaltet. Vorinstalliert sind dabei, wie beim Mini 64 klassische Spiele, wobei sich das Lineup etwas unterscheidet, da der Maxi neben dem klassischen C64 auch einen VIC-20 emulieren kann.

Hier ist die komplette Liste der 64 enthaltenen Spiele:

C64_Maxi_GamesList

Und da ich mir selbst auch die Frage gestellt habe, wo die Unterschiede im Lineup bestehen, habe ich eine Übersicht erstellt, die zeigt welche Spiele auf welcher Version vorinstalliert sind, wo es Dopplungen gibt und welche Spiele ausschließlich auf einer der Neuauflagen zu finden ist:

Vergleich_MiniMaxi_C64

Wem das allerdings nicht genug ist, der kann über USB weitere Spiele als Roms einspielen. Dazu müssen die Roms lediglich auf einen Stick im FAT32-Format kopiert werden, auf die man dann über den C64 zugreifen kann. Wem also, wie in meinem Fall, der Kult-Klassiker „The Great Giana Sisters“, oder andere Spiele fehlen, der kann das Lineup einfach erweitern. Eine Funktionalität, die im Übrigen beim Mini auch via Firmware-Update nachgereicht wurde.

Für beide Versionen der Konsole findet man die Firmware-Updates über die Homepage von Entwickler Retro Games Ltd., die ich euch hier verlinke:

Sowohl Mini, wie auch Maxi beinhalten selbstverständlich auch eine voll funktionierende Version von Basic, der Software zum Programmieren auf dem C64, wobei die Bedienung auf Grund der Tastatur natürlich am Maxi um einiges leichter funktioniert. Es sei allerdings angemerkt, dass das dafür benötige Wissen und auch das Wissen für den Einsatz des klassischen Parsers bereits vorhanden sein muss und nicht im System oder der Anleitung zu finden ist. Dazu gibt es allerdings ein schönes Buch von Autor Andreas Zintzsch, „Das infoffizielle zum „The C64″ mini und maxi“ (ISBN: 978-3832804008), das neben interessanten Hintergrundinformationen auch einige Grundlagen der Bedienung beinhaltet und dennoch unterhaltsam zu lesen ist. Das Bild wird in 720p ausgegeben und lässt sich wahlweise über 50Hz oder 60Hz anzeigen und mit diversen Filteroptionen anpassen.

Insgesamt macht die Maxi-Ausgabe des klassischen Commodore 64, der aus lizenzrechtlichen Gründen nur „The C64“ heißen darf einiges besser, als die Mini-Ausgabe, da man die Probleme erst genommen hat und sie alle angegangen ist. Dennoch muss man sagen, dass diese Neuauflage auf Grund seiner Größe und dem Verkaufspreis um die 120€ nichts für jedermann sein wird, sondern sich eher an Käufer richtet, die mit dem Original aufgewachsen sind und ein authentischeres Gefühl suchen. Alternativ reicht für die, die weniger Wert darauf legen, an sich auch die Mini-Variante, die für knapp ein Drittel zu haben ist und dennoch eine nette Konsole ist, sofern man nicht vergisst die neue Firmware aufzuspielen und bereit ist die verbleibenden Kritikpunkte in Kauf zu nehmen.

Entwickler:         Retro Games Ltd.

Publisher:           Koch Media

NB@09.01.2020

——— Hinweise & Disclaimer: ———

Wenn euch der Beitrag gefallen hat würde ich mich natürlich über eure Likes, Retweets, Abos oder auch Feedback freuen. Gleiches trifft aber auch zu, wenn ich eurer Meinung nach etwas hätte besser machen können. Konstruktive Kritik hilft bekanntlich nur, wenn man sie auch bekommt, also lasst es mich einfach wissen.

Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

 

 

2 Gedanken zu “Hardware Review: „The C64 Maxi“ #thec64 #TBT #ThrowbackThursday

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