PS4/PS5 Review: „Moto Roader MC“ #MotoRoaderMC #LeichtePlatin

Ursprünglich bereits vor 30 Jahren auf dem TurboGrafx16, bzw. PC Engine erschienen feiert „Moto Roader MC“ nun eine Veröffentlichung auf modernen Plattformen, um damit alte und neue Fans mit Vollgas zu unterhalten. Denn auch wenn das Spiel in einigen Kreisen durchaus Kultcharakter genießt, wurde es schon damals von ähnlichen Rennspielen überschattet. Grund genug sich das Re-Release einmal ganz genau anzusehen, um herauszufinden, ob es sich nicht um eine verkannte Perle handelt.

Entwickelt von Masaya Games und damals herausgebracht von NCS Corporation haben sich Ratalaika Games die Rechte an der Wiederveröffentlichung gesichert und die Entwickler von Shinyuden, die bereits für die Ports von „Gynoug“ und „Gleylancer“ verantwortlich sind, mit der Portierung beauftragt.

Das Spiel ist der dritte Teil der Moto Roader-Reihe und brachte damals eine Neuerung mit, die es bis dato nicht gegeben hatte, einen lokalen Multiplayer für insgesamt fünf Spieler, wo hingegen es bei der Konkurrenz maximal für vier Spieler gereicht hat. Damit hören allerdings die Alleinstellungsmerkmale auf, denn das Spiel ist ein Top-Down-Racer mit ferngesteuerten Autos, sehr ähnlich wie „R.C. Pro Am“, „Super Off Road“, oder auch „Micro Machines“, lässt aber die präzise Steuerung und die liebevollen Details der erwähnten Spiele vermissen.

So gibt es zwar insgesamt 25 unterschiedliche Strecken, mehrere Spielmodi und unterschiedliche Fahrzeuge, sowie Fahrer, doch letztere scheinen selbst bei genauerem Hinsehen keinerlei Unterschied zu machen. Ähnlich sieht es leider mit den Strecken aus, denn nur eine Handvoll der Strecken ist wirklich gut und der Rest ist leider nicht mehr als Füllmaterial, die entweder more of the Same, unfair zusammengesetzt, oder einfach nur langweilig. Etwas besser sind dabei die unterschiedlichen Spielmodi, denn neben Einzelstrecken und Zeitfahren gibt es auch Grand Prix-Rennen und den spaßigen „Omaka“-Modus, der fast ein Proto-Rocket League darstellen könnte. Doch dann ist da die Steuerung, denn die ist eindeutig aus der Hölle. Zwar lässt sich die merkwürdige Tastenbelegung dankenswerterweise über die Einstellungen ändern, doch die Eingaben sind alle irgendwie verzögert und lassen Präzision vermissen.

Interessanterweise ist das aber keine Eigenheit des Ports, was ich zunächst angenommen habe, sondern ist auch beim Original der Fall, das ich mir dafür extra auch angesehen habe. Allerdings hat man mit dem Port die Chance verpasst das Original zu verbessern. Denn das Potential ist eindeutig da, was sich besonders in den ausgewählten guten Stages zeigt, die mit bunten Grafiken und vielen Details aufwarten. Dabei macht zwar nicht alles Sinn, oder warum gibt es dabei eine Stage mit einem Robotergesicht, das an H.R. Giger, oder eine mit einem an King Kong erinnernden Affen, aber es zeigt auf jeden Fall, dass die Entwickler kreativ waren.

Vom Spielgefühl erinnert das Spiel aber leider mehr an einen Flipper, als an ein Rennspiel, denn wenn man ein anderes Auto, oder eine Wand rammt, wird man unmittelbar zurück geschleudert, wird man von einer Rakete getroffen, die ein anderer Spieler verschossen hat, dreht man sich unkontrolliert im Kreis und kann das Rennen im Grunde nicht mehr gewinnen. Nicht nur macht das nicht wirklich Spaß, sondern ist obendrein auch unfair, wenn man gegen die CPU spielt, wo derartige Probleme nicht im gleichen Ausmaß existieren zu scheinen. Mit vier weiteren Mitspielern macht es hingegen durchaus Spaß, ist selbstverständlich ein absolutes Chaos, aber unterhält durch die Chancengleichheit…

So muss man leider feststellen, dass das Spiel heutzutage, so wie vermutlich auch damals, nur etwas für hartgesottene Fans des Genres ist, wenn man eine Alternative zu „Micro Machines“ und co braucht, oder in den 90ern nicht abseits eines TurboGrafx16 zur Verfügung hatte. Heute gibt es aber genug andere Spiele, sowohl Retro, oder Indie, weswegen das Spiel nur etwas für neugierige Nostalgiker und Trophäenjäger ist, denn besonders die eben erwähnten kommen absolut auf ihre Kosten, denn die 26 Trophäen (0 x Bronze, 20 x Silber, 5 x Gold, 1 x Platin) lassen sich nicht nur in unter 10 Minuten freischalten, sondern kommen auf PS4 und PS5 gleich im Doppelpack, einmal pro Plattform im Cross Buy. Alle anderen machen besser einen großen Bogen um das Spiel, denn nicht jedes Spiel aus vergangenen Zeiten hat das Zeug ein Klassiker zu sein…

Entwickler: Masaya Games / Shinyuden

Publisher: Ratalaika Games

Erhältlich auf: PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X/S, Nintendo Switch

NB@16.03.2022

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