PS5 Review: „Crysis Remastered Trilogy“ #Crysis

„Can it run Crysis?“ war seit Jahren ein feststehender Begriff, wenn es um die Leistungsfähigkeit von Computern ging. Kein Wunder, dass die Crysis-Spiele bei ihrer Initialen Veröffentlichung auf Konsolen einiges an Federn lassen mussten. So kämpften die Teile mit stellenweise immensen Performanceeinbrüchen, die sogar so weit gingen, dass man im ersten Teil eine komplette Szene strich, da sie einfach nicht auf der PS3, oder Xbox360 lauffähig war. Aus diesem Grund hat Entwickler Crytek sich ihrer Trilogie noch einmal gewidmet und die Spiele aufwendig für die PS4, Xbox One und sogar Nintendo Switch remastered. Der erste Teil erschien dabei schon vor längerer Zeit, benötigte allerdings auch noch ein paar Patches, um anfängliche Fehler auszumerzen und jetzt liefert Crytek die restlichen Teile nach. Die Spiele sind dabei sowohl einzeln, als auch im Bundle erhältlich, wo ich sie mir alle noch einmal ganz genau angesehen habe.

Direkt eins vorweg: Die Probleme, die „Crysis Remastered“ anfangs geplagt haben sind mittlerweile alle ausgebaut und wer das Spiel heute kauft, sei es alleine, oder im Rahmen der Trilogie, bekommt wirklich die definitive Veröffentlichung. Neben Fehlerkorrektur wurden auch Verbesserungen vorgenommen, fehlende Levels wieder eingebaut, die Texturen überarbeitet und sogar Raytracing implementiert. Die Frage, die nur bis zum Release aller Teile offen blieb war, ob man diese Verbesserungen auch gleich in die Fortsetzungen gepackt hat, oder ob es hier auch einige Bugfixes und Patches brauchen würde… – Doch bevor wir uns damit beschäftigen betrachten wir erst einmal sie Reihe an sich.

Die Teile hängen an sich nur lose miteinander zusammen, verfügen über unterschiedliche Protagonisten und bieten inhaltlich sogar ziemlich unterschiedliche Erlebnisse. Der erste Teil handelt von einem Team von Elitesoldaten die auf die fiktive Insel Lingshan Island geschickt werden, die von abtrünnigen koreanischen Paramilitärs eingenommen wurden, um unbeteiligte Wissenschaftler zu befreien. Unser Team besteht aus fünf Soldaten, die jeweils mit experimentellen Nanosuits ausgestattet sind, was sie zu wahren Supersoldaten machen. Wir sind Nomad, einer der fähigsten Soldaten und haben über unseren Anzug unter anderem die Möglichkeit uns unsichtbar zu machen, schneller zu rennen, höher zu springen, oder auch für eine gewisse Zeit Beschuss auszuhalten. Dennoch läuft nicht alles nach Plan, als wir neben der feindlichen Armee auch auf Gegner stoßen, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen…

Der zweite Teil setzt drei Jahre später ein und transportiert die Handlung nach New York, wo die Alien-Bedrohung mittlerweile katastrophale Züge angenommen hat. Wir sind ein junger Marine, genannt Alcatraz, der durch Zufall in den Besitz eines Nanosuits gerät und damit im Kampf Menschheit gegen Aliens die entscheidende Gewalt zu werden… Der dritte Teil wiederum spielt weitere 24 Jahre nach den Ereignissen des zweiten Teils und wir spielen dieses Mal den Supersoldaten Prophet. New York ist gefallen, da die korrupte CELL-Organisation mit den Aliens gemeinsame Sache gemacht hat und jetzt versucht die Welrherrschaft an sich zu reißen. Um dieser Verschwörung auf den Grund zu gehen und den Konflikt ein für alle Mal zu beenden begibt sich Prophet auf die Suche nach dem Hintermännern, was ihn bis nach Sibirien führt, wo die entscheidende Schlacht stattfindet. Doch auch wenn die Aliens vermeindlich besiegt sind, ist deren Anführer, der Alpha wohl immer noch auf der Erde…

Die Geschichten der einzelnen Teile mögen an sich zwar zunächst nicht besonders originell wirken, warten aber mit einigen interessanten Wendungen auf, sodass sie wirklich gut unterhalten. Die Handlungen sind weitergehend in sich abgeschlossen, wenn man mal von ein paar Kleinigkeiten absieht, weswegen es auch kein Problem ist beispielsweise mit dem zweiten Teil zu starten, der von den meisten als der stärkste Teil der Reihe angesehen wird, auch wenn in meinen Augen jeder Teil sein für und wider hat. So ist der erste Teil, ähnlich wie Far Cry, dessen erster Teil ebenfalls von Crytek stammt, als Sandbox angelegt. Wir können uns größtenteils frei über die Insel bewegen und erfüllen Missionen. Gerade diese offene Ausrichtung bietet zwar unterschiedliche Möglichkeiten, wie man die Missionen erfüllt, überforderte aber viele Spieler gleichermaßen etwas.

Aus diesem Grund entschied man sich für die Fortsetzung eher an Call of Duty zu orientieren, die damals die stärkste Konkurrenz im Shooter-Segment waren. Aus diesem Grund wisch die offene Ausrichtung linearen Schlauchlevels, die im Gegenzug aber erlaubten mehr Details und bombastische Setpieces einzubauen. Interessanterweise ist das allerdings der häufigste Kritikpunkt an „Crysis 2“, obwohl es dennoch der Fan-Favorite ist. Aus diesem Grund wandelte man die Formel für das Finale abermals ab und kombinierte die Ausrichtungen der beiden Vorgänger miteinander. Das Grundgerüst ist immer noch recht linear, aber bietet mehr Bewegungsfreiheit und lässt sogar unterschiedliche Herangehensweisen zu, wie man es unter anderem aus Teilen von „Uncharted 4„, oder dem aktuellsten God of War kennt. Und besonders cool ist in „Crysis 3“ das Hinzufügen eines taktischen Bogens, der ebenfalls in den neueren Far Cry– und Tomb Raider-Teilen immer mein persönlicher Favorit ist.

Technisch hat sich einiges seit den Erstveröffentlichungen getan, denn zugegebenermaßen war die Performance flächendeckend unterirdisch und bewegte sich stellenweise nur zwischen 10 und maximal 20fps und bot trotzdem viele matschige und generell unscharfe Texturen. Neben einer komplett neuen Beleuchtung hat sich Crytek jede Szene in jedem Teil vorgenommen und das beste dabei rausgeholt. Die Basis dafür boten die grafisch und technisch überlegenen PC-Versionen, die auch endlich auf Konsolen ohne Einschränkungen lauffähig sind. Die Unterschiede sind mittlerweile kaum noch erkennbar. So laufen alle Teile nun auch endlich in flüssigen 60fps, ohne dabei irgendwelche Einschränkungen in Kauf nehmen zu müssen, zumindest wenn man auf PS5, oder Xbox Series X/S spielt, sonst ist die Framerate leider geringer. Jedoch gibt es einen großen  zu den ursprünglichen Veröffentlichungen, denn sämtliche Multiplayer-Komponenten wurden entfernt, was mich zwar persönlich nicht wirklich tangiert, aber bestimmt für einige ein wichtiges Argument dafür, oder dagegen darstellen kann, da die Modi auch heute noch populär sind. Weiter ist es ebenfalls schade, dass es das vierte Spiel, „Crysis: Warhead“, seinerzeit exklusiv auf dem PC erschienen, leider nicht den Weg in Sammlung gefunden hat. Das wäre ein tolles Goodie gewesen.

Insgesamt handelt es sich wirklich um die definitive Veröffentlichung der Shooter-Reihe, die bis dato erhältlich ist. Ich hatte persönlich zwar, nach dem Initialen Desaster der Veröffentlichung des ersten Teils und der Tatsache, dass wir keine „echten“ Nextgen-Versionen, sondern auf der Nextgen lediglich via Update Enhanced-Versionen bekommen würden, so meine Bedenken, doch die wurden allesamt entkräftet. Die Spiele sehen toll aus, laufen endlich flüssig und niemand würde meinen, dass es sich eigentlich um 14,10 und 8 Jahre alte Spiele handelte. Wer die Spiele bisher noch nicht gespielt hat, sollte das dringend nachholen und wer sie bisher nur aus ihrem ersten Outing auf Konsolen kennt, sollte sich ansehen wie viel besser die Spiele laufen können.

Entwickler: Crytek

Publisher: Crytek

Erhältlich auf: PC, PS4, Xbox One, Nintendo Switch / PS5 (Enhanced), Xbox Series X/S (Enhanced)

NB@19.11.2021

—Hinweise & Dislaimer—

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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