PS5 Review: „Grid Legends“ #Grid #GridLegends

Wenn es momentan um ein aktuell erschienenes Rennspiel geht handelt es sich in 9 von 10 Fällen wahrscheinlich um „Gran Turismo 7“. Doch was ist dann der andere Fall von 10? – Ein Spiel dessen Release wohl kaum ungünstiger gewählt gewesen sein könnte, da es von Sony’s Platzhirsch in Sachen Rennsimulation massiv überschattet wird, „Grid Legends“. Doch da das Spiel mit seinem Fokus auf schnelle Arcade-Action und eine ausgefeilte Story eine andere Zielgruppe ansprechen will und das für mich persönlich genau die Punkte sind, die mich interessieren, habe ich mir das Spiel einmal ganz genau angesehen, das mir dafür freundlicherweise vom Publisher überlassen wurde, was aber selbstverständlich keinen Einfluss auf meine Bewertung hat.

Entwickelt von niemand geringerem als Codemasters, einem Studio, das schon fast als Synonym für Arcade-Rennspiele genannt werden kann, da von ihnen nicht nur die Colin McRae-, Dirt-, F1– und eben auch die Grid-Reihe stammen, ist „Grid Legends“ eine indirekte Fortsetzung zum 2019er „Grid“, was wiederum aus der erfolgreichen TOCA-Reihe hervorgegangen ist, die es bereits seit den späten 90ern gab und die bereits damals eine Geschichte in das eher starre Rennspielgenre implementiert haben. Doch wo man früher eher versuchte möglichst viel Action und dramatische Wendungen in die Story zu packen, wählt „Grid Legends“ im als „Driven to Glory“-betitelten Story-Modus die Form einer Dokumentation, die dabei stark an die Netflix-Serie „Drive to Survive“ erinnert, wobei ich mir unsicher bin, ob das eine bewusste, oder unbewusste Designentscheidung war.

Die Präsentation ist durchweg hochwertig und auch wenn das Spiel an sich auf eine offene Spielwelt verzichtet, wie es sie beispielsweise bei „Need for Speed Heat„, oder auch „The Crew 2“ gibt, so macht man das mit den Zwischensequenzen wieder wett, die mit echten Schauspielern gedreht wurden und eine Mixtur aus FMV und Computeranination sind. Die erzählte Geschichte wirkt zwar anfangs wenig originell, denn es wird die Geschichte des Underdogs, der sich trotz immenser Widrigkeiten gegenüber allen durchsetzt, wartet aber besonders im letzten Drittel mit ein paar wirklich überraschenden und spannenden Wendungen auf. Wir sind ein namenloser, aber immens talentierter Fahrer, der vom Team Seneca angeheuert wird, um das Team zum Erfolg zu führen, wofür wir manchmal auch „unkonventionelle“ Lösungen einsetzen… – mehr kann man nicht sagen, ohne ins Spoiler-Territorium einzutauchen, aber eine Erwähnung muss ohne Zweifel noch Ncuti Gatwa finden, der in einer Nebenrolle zu sehen ist und komplett gegen seine Rolle in „Sex Education“ spielt, was nur noch deutlicher macht, was für ein talentierter junger Schauspieler er ist.

Einzig die Einblendung „Grid Legends“, die nicht nur vor und nach jedem der insgesamt 36 in der Story enthaltenen Events zum Szenenwechsel eingesetzt wird, sondern auch innerhalb Szenenwechseln in den Zwischensequenzen aufgegriffen wird, empfand ist als etwas zu viel. Hier hätte man durchaus ein paar andere Übergänge verwenden können, die weniger plakativ sind, auch wenn man in diesem Zusammenhang dennoch erwähnen muss, dass Publisher EA dieses Mal keine Werbespots im Spiel platziert hat, wie es vor zwei Jahren bei „UFC 4“ der Fall war, wenn man vom in Game Product Placement absieht, was aber der authentischen Darstellung von Rennsport geschuldet ist.

Die Rennveranstaltungen umfassen unterschiedliche Klassen von Fahrzeugen, von Tourenwagen, über hoch motorisierte Muscle Cars, bis hin zu klassischen Boliden. Innerhalb der Story haben wir dabei keinerlei Einfluss auf die Wahl unseres Fahrzeugs, oder auch die Auswahl aus unterschiedlichen Rennen, denn diese sind in ihrer Reihenfolge vorgegeben und werden durch die Geschichte unterstützt. Wobei man aber dazu sagen muss, dass sowohl die Fahrzeuge, die Strecken, aber auch das konkrete Ziel, das es zu erreichen gilt, um in der Story weiter zu kommen, einiges an Abwechslung bieten. Es gilt also nicht immer „nur“ der erste Platz, sondern gibt auch andere Modi, wie die spaßige Elemenierung, wo die letzten Plätze disqualifiziert werden und sich das Feld dadurch immer mehr verkleinert… Dadurch ist mir diese stark vorgegebene Ausrichtung des Spiels auch gar nicht negativ aufgefallen, sondern fühlte sich eher wie ein Teil der Geschichte an, die dadurch auch keinen Leerlauf bietet. Nennenswerte Strecken aus dem Vorgänger, wie Suzuka und Mount Panorama feiern ein überarbeitetes Comeback und werden von einigen wirklich gelungenen urban geprägten Strecken ergänzt, wenn wir beispielsweise durch London, Paris, Chicago, oder momentan eher negativ belegt, durch Moskau rasen, wobei jede Strecke ihre eigene Identität mit sich bringt.

In Sachen Gameplay hat sich auf den ersten Blick erst mal wenig getan, aber schaut man auf die Details haben sich sie Entwickler dennoch der Kritik am Vorgänger gestellt. So sind die Gegner nun ernsthafte Gegner, die auch nicht vor dreckigen Tricks zurückschrecken, aber keineswegs unfehlbar sind und auch Fahrfehler machen. Doch auch das Fahrgefühl wurde verbessert und je nach Fahrzeug bieten sich durchaus Unterschiede im Handling, Grip, Gefühl von Beschleunigung, sowie Geschwindigkeit und das Feedback von Straße und Bremsen, was durch das haptische Feedback des DualSense noch weiter verstärkt wird. Allerdings muss man Bedenken, dass es sich um keine Simulation, sondern einen Arcade Racer handelt, so vergibt das Spiel auch den ein oder anderen Fehler und bietet zusätzlich sogar eine Rückspulfunktion, die allerdings begrenzt zur Verfügung steht. Und Fans des Nemesis-Systems wird wahrscheinlich freuen, dass diese Fehden nicht mit dem Ende eines Rennens beendet sind, sondern man uns auch bei späteren Treffen rücksichtslos angreift…

Insgesamt hatte ich mit „Grid Legends“ wirklich Spaß. Man sollte sich allerdings bewusst sein, dass es sich um einen Arcade Racer durch und durch handelt und demnach nicht wirklich mir Gran Turismo vergleichbar ist. Dee Fokus auf Story steht dem Spiel gut und auch wenn das bedeutet, dass man im Rahmen der Story keine Auswahl in Sachen Strecke und Fahrzeuge hat. Um die volle Kontrolle zu haben gibt es allerdings neben der Story auch noch Herausforderungen und den Multiplayer. Fans von Arcade Rennspielen kommen durch die große Bandbreite an unterschiedlichen Strecken und voll lizenzierten Fahrzeugen voll und ganz auf ihre Kosten.

Entwickler: Codemasters

Publisher: EA

Erhältlich auf: PC, PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X/S

NB@14.03.2022

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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