IMG_20180802_163122

Was viele heute nicht mehr wissen, ist dass der englische Entwickler Rare (bzw. früher Rareware), der heute zu Microsoft gehört und dort als 1st Party Entwickler fungiert, früher exklusiv für Nintendo entwickelt hatte. Die „Donkey Kong Country“-Reihe auf dem SNES und „Conker’s Bad Fur Day“ auf dem N64 sind wahrscheinlich die heutzutage noch bekanntesten Kreationen des Studios.

Allerdings umfasst der Output des Studios noch weitaus mehr und das Studio ist sogar verantwortlich für einige Spiele, die von LJN herausgebracht worden, verantwortlich. Der Angry Video Game Nerd und andere Reviewer im Internet machen sich immer lustig über die schlechten Outputs von LJN, wobei es sich dabei ja nur um einen Publisher und keinen Entwickler handelte. Entwickelt wurden die Spiele von anderen Firmen, wie unter anderem auch Rare, die gleich für mehrere LJN-Spiele verantwortlich sind.

Das hier vorliegende Spiel „A Nightmare on Elm Street“, das 1989 im Fahrwasser des Kinoreleases des 5. Kinofilms „The Dream Child“ herauskam, inspiriert sich allerdings nur sehr losgelöst von der Vorlage im Allgemeinen und orientiert sich an keinem der Filme in Gänze. Die Story wird im Spiel nicht wirklich erklärt, sondern befindet sich, wie es damals fast Usus war, im Handbuch.

Worum geht es genau? – Freddy Krueger ist tot, aber dennoch ist er immer noch eine Gefahr. Denn obwohl er nicht mehr am Leben ist gibt es ihn noch als dämonenhafte Gestalt, die in die Träume der Kinder der Elm Street und diesen nach dem Leben trachtet. Diese Gestalt soll nun ebenfalls sterben. Da kommen wir als Spieler ins Spiel, denn seine Knochen sind über alle Häuser der Elm Street verteilt und um ihn endgültig ins Jenseits zu befördern müssen wir alle seine Knochen sammeln und kremieren. Das sich uns dabei Freddy in den Weg stellt versteht sich wahrscheinlich von selbst.

Wir spielen dabei einen nicht weiter definierten Teenager in einem roten Trainingsanzug, der auszieht in bester Jump n Run-Manier Freddy’s Knochen zu sammeln. Dabei ist immer ein Haus der Elm Street als Stage freigeschaltet, in das wir dann hereingehen können. Weitere Häuser und Areale, wie der Schrottplatz und die Schule werden nach und nach freigeschaltet. Die Elm Street fungiert dabei als eine Art nicht-linearer Hub, der Verlauf in den Häusern ist dabei aber linear. Sie bestehen meist aus 2 Bereichen und in jedem Bereich wird uns eine bestimmte Anzahl von Knochen zu Sammeln angezeigt. Erst wenn wir diese Knochen alle eingesammelt haben können wir weiter. Haben wir alle Bereiche abgeschlossen kämpfen wir gegen einen Boss, der jeweils immer eine andere Form von Freddy darstellt: Mal ist es sein Gesicht, mal sein Handschuh, etc.

Zusätzlich gibt es auch noch Random-Encounters mit Freddy, die zufällig passieren und durch die Melodie des ikonischen Kinderreims kombiniert mit einer leuchtenden Einblendung „Freddy’s comming“ eingeleitet werden. Hier bekämpfen wir einen Springenden und Schlagenden Freddy.

Natürlich gibt es davon abgesehen auch noch „normale“ Gegner. Die sind allerdings weniger abwechslungsreich und schon geradezu einfallslos. Es handelt sich dabei um jede Menge Horror-Klischee-Gegner, wie Schlangen, Skelette, Fledermäuse, Frankenstein-Monster und andere Gegner, die man wahrscheinlich aus dem Gegner-Fundus via Copy & Paste geholt hat.

Unser Teenager kann sich initial nur mit seinen blanken Fäusten gegen diese Horden von (ständig respawnenden) Monstern wehren, aber es gibt eine interessante Mechanik im Spiel, die das Geschehen dabei auflockert. Ähnlich wie „Castlevania II – Simon’s Quest“ über einen Tag-/Nach-Wechsel verfügte, gibt es hier einen Wach-/Schlaf-Wechsel. In der Wach-Welt sind die Gegner schwächer, aber dafür können wir nur mit den Fäusten kämpfen. In der Schlafwelt sind die Gegner zwar stärker, aber wir können von unseren Dream-Power-Kräften Gebrauch machen, die wir allerdings vorher finden müssen, was aber nicht schwer ist, da in jedem Haus mehrere herumliegen. Wir können uns dann nämlich durch Drücken von „Select“ entweder in einen Ninja, einen Akrobat oder einen Zauberer (ähnlich wie im Film „Nightmare on Elm Street 3 – Dream Warriors“) verwandeln. Dadurch bekommen wir neue Fähigkeiten, können höher springen, verfügen über Sonderattacken oder können auch Projektile schießen.

Dafür gibt es den Sleep Meter, der auch als Energie fungiert. Dieser geht nach und nach herunter, sofern wir keinen Kaffee finden um uns wach zu halten. Allerdings wird das Spiel in der Traumwelt sehr viel einfacher, was zwar entgegen der Lore um Freddy geht, da in den Filmen der Schlaf schon fast den sicheren Tod bedeuten kann, aber unglaublich Spaß macht. In der Traumwelt gibt es allerdings auch Items in Form von Boomboxen, die uns wieder aufwecken.

Nightmare on Elm Street, A (USA)-39

Das Spiel wird dadurch zwar leichter, aber ist insgesamt dennoch nicht als „leicht“ zu bezeichnen, besonders weil die Gegner respawnen und jeder Treffer uns zurückschleudert, was uns schnell mal in einem Abgrund landen lässt, aber sieht man davon ab ist es nie unfair und macht Spaß zu spielen. Die Verteufelung der Netzgemeinde, wie durch das Review des „Angry Video Game Nerd“ in einer extra dafür gewidmeten Episode ist es definitiv nicht wert.

Nightmare on Elm Street, A (USA)-19

Interessanterweise ist das Spiel sogar mit dem FourScore-Adapter für die Konsole kompatibel und wir können das Spiel mit bis zu 3 weiteren Mitspielern, also insgesamt 4 Spielern im Co-op spielen. Alle Spieler teilen sich dabei den gleichen Screen, was schon ziemlich unübersichtlich werden kann, das Spiel aber auch leichter macht, denn die Anzahl der Gegner und der zu sammelnden Knochen wird dabei nicht erhöht.

Nightmare on Elm Street, A (USA)-20

Das Spiel ist mittlerweile recht rar geworden, da es sich nicht besonders gut verkauft hat. Aber wer noch ein NES zu Hause stehen hat und die Chance hat sich das Spiel mal anzusehen, sollte es durchaus tun. Ich hatte und habe meinen Spaß mit dem Spiel und lege das Cardridge in regelmäßigen Abständen immer wieder in die Konsole ein, um Freddy mal wieder den Gar auszumachen…

NB@09.08.2018