PS4 Review: „Rift Keeper“ – Was bietet das Roque-Like? #riftkeeper

Mit knapp einjähriger Verspätung erscheint am 10.12. endlich das Rogue-Like „Rift Keeper“ von Frymore auf PS4, Xbox One und Nintendo Switch. Die Konsolenumsetzung wurde dabei von Sometimes You gepublished, die mir dankenswerterweise einen kostenfreien Review-Code für das Spiel zur Verfügung gestellt haben, was aber selbstverständlich keinen Einfluss auf mein Fazit hat.

Das Spiel beginnt ohne große Einführung, lediglich ein Fließtext informiert uns, dass Rifts Übergänge zwischen unserer Welt und der Welt der Dämonen sind. Normalerweise sind diese Übergänge im Gleichgewicht, was aber aus bisher unbekanntem Grund ins Wanken gekommen ist, weswegen wir losgeschickt wurden die seltsamen Vorkommnisse zu untersuchen. Das Spielprinzip ist dabei recht spartanisch, denn wir absolvieren Dungeon nach Dungeon, die dabei immer zufallsgeneriert sind und eine bestimmte Zahl von Gegnern und Schätzen enthalten. Unser Ziel ist es mindestens 70% der Gegner auszuschalten, bevor ein Dungeon als gemeistert angesehen wird und wir ihn durch ein Portal wieder verlassen können. Dabei steigt der Schwierigkeitsgrad mit jedem erfolgreich absolvierten Level kontinuierlich an, was sich sowohl der Energie der Gegner, wie auch deren Zuschlagkraft, aber auch den Schätzen widerspiegelt. So wird jeder Schatz im ersten Level nur mit dem Faktor 0,7 multipliziert, aber bei höheren Levels auch gerne mal mit > 3, was sich dann schon sowohl in Anspruch, aber auch der Menge der Beute widerspiegelt. Schließen wir einen Dungeon in unter 3 Minuten ab gibt es noch einen Bonus on Top, was als Zufalls-generiertes Item (Waffe oder Ausrüstung) ausgezahlt wird. Denn man muss eins sagen, denn obwohl unser namenloser Charakter angeblich ein Profi auf seinem Gebiet ist hat er wohl die falsche Tasche eingepackt, als er sein zu Hause verlassen hat, denn er ist schandhaft schlecht ausgerüstet und wehrt Monster am Anfang nur mit einer Metallkette ab, die so gut wie keinen Schaden anrichtet. Im weiteren Spielverlauf schaltet man entweder zufallsgeneriert oder durch Einsatz von Gold unterschiedliche Ausrüstungsgegenstände und Waffen frei, die jeweils Vor- und Nachteile mit sich bringt, was sich in den Rollenspiel-Artigen Stats wie Kraft, Energie und Geschwindigkeit widerspiegelt, die jedes Item mit sich bringt. So gibt es Waffen, die viel Schaden anrichten, aber dafür unsere Energie negativ beeinflussen oder uns verlangsamt laufen lassen. Hier sollte man genau drauf achten, was für den persönlichen Spielstil am besten geeignet ist, denn leider ist nach einem Tod der Zauber erst einmal vorbei. Denn beim Ableben verlieren wir nicht nur eine kleine Menge unseres Goldes, sondern auch ALLE Ausrüstungsgegenstände und Waffen und fangen auch von der Levelstufe wieder komplett bei 0 an. Diese Spielmechanik kann zu sehr viel Frust führen, wenn man einiges an Zeit investiert hat einen guten Charakter zu bekommen, den ein oder anderen Boss besiegt hat, den man nach X Level automatisch angeht und dann nach einer achtlosen Moment wieder bei 0 mit der schwachen Kette und ohne weitere Ausrüstung bei Level 1 anfangen muss.

Allerdings muss man in diesem Zusammenhang sagen, dass der Schwierigkeitsgrad nicht mit Spielen wie „Dark Devotion“ oder auch „Dead Cells“ gleichzusetzen ist, sondern um einiges niedriger angesiedelt ist. So ist es, sofern man ein paar Levels aufgepasst hat, um Gold zu farmen, bis man sich gute Ausrüstung und Waffen leisten kann, nicht mehr besonders schwer, da wir uns so ziemlich schnell zum Terminator ausbauen können. Und auch wenn die Gegner an sich sind ganz nett designed sind, so muss man auch erwähnen, dass sie nicht besonders helle sind. So greifen sie uns erst an, wenn wir mit ihnen auf gleicher Ebene oder Plattform sind und haben dabei immer exakt die gleichen Angriffsmuster, die man leicht umgehen kann, wenn man sie kennt. So ist das Schema irgendwann immer gleich: der Gegner rennt auf uns zu und holt zu schlag aus, wir führen auf Knopfdruck eine Ausweichrolle aus und schlagen ihn dann zwei oder drei Mal, bis sein Lebensbalken genullt ist. Und auch wenn in den ersten Levels noch regelmäßig neue Gegner eingeführt werden, so hat man in kürzester Zeit alle Gegnertypen gesehen, wenn man von Farbvariationen und Reskins der gleichen Gegner absieht. Gleiches gilt für Ausrüstung und Waffen. Davon gibt es jeweils knapp 2 Dutzend Gegenstände, die man entweder durch Random-Drops oder im In-Game-Shop bekommt, wobei nicht jedes Item wirklich gut ist. Und wenn man erst einmal ein Setup gefunden hat, das den persönlichen Spielstil am besten unterstützt, gibt es im Grunde keinen Grund noch weitere Items oder Waffen zu kaufen, denn man schaltet mit fortschreitendem Spiel auch nichts weiteres mehr frei und so hat man im Grunde in 1-2 Stunden den Großteil des Spiels gesehen. Zwar lockern die Bosse das Spiel dann wieder etwas auf und bringen teilweise auch wieder mehr Herausforderung mit sich, bis man ihre Pattern durchschaut hat, doch gerade im Vergleich zu Genre-Kollegen ist der Umfang und die Langzeitmotivation leider etwas dünn.

Doch eindeutig muss man dabei auch die Hintergründe zum Spiel im Auge behalten, um den Umfang vielleicht in etwas anderem Licht zu sehen, denn beachtlich muss man anmerken, dass das Spiel mit einem überaus kleinen Budget von gerade mal zwei Leuten, aus denen Frymore besteht, geschaffen wurde, wo hingegen andere Spiele sehr viel größere Entwicklerteams haben. Und gerade in dieser Hinsicht muss man dem Spiel bereits im Voraus einen gewissen Tribut zollen. Allerdings kann sich das Spiel auch ohne diese Wissen durchaus sehen lassen. Auch wenn die Grafik entgegen anderer Vertreter des 2D-Rogue-Like-Genres, wie „Devious Dungeon“ oder auch dessen Nachfolger, weniger auf Pixelgrafik und stattdessen eher auf saubere Animationen setzt, kann sich der Artstyle durchaus sehen lassen. Sowohl die Charakteranimationen, wie auch die Areale sind schön designend, wobei erst bei genauerem Hinsehen und der ein oder anderen längeren Spielsitzung auffällt, dass die Levels immer aus den gleichen Versatzstücken zusammengebaut sind. Da es sich dabei aber um eins der vorherrschenden Elemente des Genres handelt, darf man das natürlich nicht zum Nachteil auslegen. Ganz im Gegenteil muss man sogar die immens schnelle Bereitstellung eines neuen Levels loben, denn großartige Ladezeiten gibt es nicht, wenn wir von der Hub-Welt, wo sich auch Waffen- und Ausrüstungsshops befinden zum nächsten Level aufbricht. Die Musik ist ein zweischneidiges Schwert, denn obwohl sie ziemlich stimmungsvoll und eingängig ist, so passt sie nicht richtig zum düsteren Artstyle mit Gothik-Einflüssen, sondern suggeriert eher ein moderneres Setting, was aber durchaus eine persönliche Empfindung sein kann.

Insgesamt hatte ich durchaus Spaß mit dem Spiel, was aber im Verlauf leider etwas nachgelassen hat. Es ist zwar kein schlechtes Spiel, aber lässt gerade in Sachen Langzeitmotivation und Abwechslung einiges zu wünschen übrig. Ein wenig mehr Inhalt und Varianz hätte dem Spiel auf jeden Fall noch gutgetan. Das ist natürlich auch der Tatsache geschuldet, dass das Spiel ein 2-Mann-Projekt ist, doch sollte uns als Konsument natürlich auch klar sein, bevor wir das Spiel kaufen. Zumal das Spiel mit regulär 9,99€ für meinen Geschmack einen Tick zu teuer ist und eher in der 4,99€ oder 5,99€ Riege angesiedelt sein sollte, sofern man es nicht im Sale erwischt. Ich würde persönlich daher zum eher zu etwas besseren Alternativen greifen, die es im PSN mittlerweile en masse gibt…

NB@06.12.2019

——— Hinweise & Disclaimer: ———

Wenn euch der Beitrag gefallen hat würde ich mich natürlich über eure Likes, Retweets, Abos oder auch Feedback freuen. Gleiches trifft aber auch zu, wenn ich eurer Meinung nach etwas hätte besser machen können. Konstruktive Kritik hilft bekanntlich nur, wenn man sie auch bekommt, also lasst es mich einfach wissen.

Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.