PS5 Review: „Ratchet & Clank: Rift Apart“ #Ratchet&Clank

 Ratchet & Clank, eine Videospiel-Duo, das bereits 2002 auf der PlayStation 2 ihr Debüt gab, meldet sich jetzt mit ihrem 17. Spiel auf Sony’s aktuellem Flagschiff, der PS5 zurück. Ich bin seit jeher ein Fan der Reihe und war seit von der ersten Ankündigung des neuen Teils, den Trailern, wie unter anderem beim „PS5 Reveal Event“ vor etwas über einem Jahr, bis hin zur Veröffentlichung in absolut froher Erwartung. Nicht nur soll es ein Wiedersehen mit den liebgewonnen Helden werden, sondern es ist auch eines der wenigen First Party-Exklusivspiele für die PS5, wo hingegen viele der aktuellen Veröffentlichungen noch Generationen-übergreifend erscheinen und reiht sich damit in die Reihe um „Demon’s Souls“ und „Returnal“ ein. Man kann also gespannt sein, wie es die Features der Konsole ausnutzt und natürlich auch, wie es sich im Vergleich zu den bisherigen Teilen  der Reihe, vornehmlich dem Reboot/Remake von 2016, das bisher der ausgefeiltesten und polierteste Teil der Reihe war, verhält. Dankenswerterweise wurde mir um das herauszufinden das Spiel für meinen Bericht von Sony kostenfrei zur Verfügung gestellt, was aber selbstverständlich keinerlei Einfluss auf meine Bewertung hat.  

Das Spiel beginnt erfrischend selbstironisch, als Dr. Nefarious, der Erzfeind des Duos eine Parade zu Ehren unserer Helden crasht, um eine mächtige Waffe, den „Dimensionator“, in seinen Besitz zu bringen und Ratchet und Clank (wieder) ihr „Saving the Universe“-Ding durchziehen müssen. Allerdings müssen beide erkennen, dass nicht immer alles genau nach Plan verläuft, denn im erbitterten Kampf mit Dr. Nefarious und seinen Schergen wird der Dimensionator zerstört und sowohl RatchetClank, aber auch Dr. Nefarious finden sich plötzlich in einer anderen Dimension wieder. In dieser Dimension ist eine andere Version von Dr. Nefarious zum Imperator aufgestiegen und regiert die gesamte Galaxis mit eiserner Hand. Und da der echte Imperator gerade auf einem Eroberungszug ist, nimmt Dr. Neferious kurzerhand dessen Platz ein und bedient sich der übermäßigen Ressourcen an Geld, Soldaten und Feuerkraft, um seinen Erzfeinden ein für alle Mal den Gar auszumachen. Zwar ist dieses Vorhaben nicht von unmittelbarem Erfolg gekrönt, aber immerhin schafft er das Helden-Duo zu treffen, Ratchet findet sich alleine in der Hauptstadt Neferious City wieder und muss versuchen mit dem Widerstand in Kontakt zu treten, während Clank unfreiwillig mit Rivet, einem weiblichen Lombax und dem dimensionalen Gegenstück zu Ratchet andere Ziele verfolgt.

Im weiteren Verlauf gelangt auch Ratchet wieder an eine Begleiterin, den ehemaligen Warbot Kit, die das dimensionale Gegenstück von Clank ist, aber innerlich von Selbstzweifel und Schuldgefühlen geplagt wird. – Aus unserem Duo wird also ein Quartett und wir steuern dabei abwechselnd Ratchet und Rivet, wobei ihre Geschichten selbstverständlich eng miteinander verbunden sind, bis man am Ende ein gemeinsames Ziel verfolgt. Auch wenn sich Rivet in Sachen Steuerung in keiner Weise von Ratchet unterscheidet, bringt sie dennoch einen komplett eigenen Charakter mit, der sich stark von Ratchet unterscheidet und dem Spiel auf diese Weise mehr Tiefe, oder auch Dimensionen (entschuldigt das Wortspiel…) verleiht.

Spielerisch unterscheidet sich das Spiel nur in Details von der etablierten Formel. Wir springen und schießen uns durch unterschiedliche Areale, während wir das Geschehen aus der 3rd-Person Verfolgeransicht sehen. Die unterschiedlichen Areale, in diesem Fall unterschiedliche Planeten, sind recht offen angelegt, laden auch zum freien Erkunden und dem Finden von jeder Menge Sammelobjekte ein, wobei der in Haupt- und Nebenmissionen Fortschritt linear angelegt ist. In Sachen Fortbewegung stehen uns teilweise auch  Fortbewegungsmittel, wie Schnecken, oder auch Hoverboots zur Verfügung, die das Hoverboard ersetzen, das es früher in der Reihe gab. Wer bereits einen Teil der Reihe gespielt hat weiß, dass die Waffen im Spiel einen besonderen Stellenwert einnehmen und Rift Apart ist dabei selbstverständlich keine Ausnahme. Denn nicht nur übersteigt das Raster an Waffen alle bisherigen Teile, sondern auch viele „alte Bekannte“ feiern ihr Comeback. So waren auch meine persönlichen Favoriten, wie der „Pixelizer“ und der „Bouncer“ wieder mit von der Partie, wobei man letzteren erst für das New Game+ freischaltet. Hier sollte aber jeder auf seine Kosten kommen, denn immerhin gibt es nicht nur ein Waffen Rad, sondern gleich drei Stück, so viele Waffen beinhaltet das Spiel…

Eine komplett neue Mechanik sind hingegen die titelgebenden Rifts, die sich unterschiedlich im Spiel wiederfinden. Zum einen sind dort die normalen Rifts, keine Risse in Raum und Zeit, die wir ähnlich wie ein Portal verwenden können, um beispielsweise Abgründe zu überwinden, oder aus brenzligen Situationen zu entfliehen, dann gibt es noch die „Pocket Universes“, abgetrennte Räume außerhalb der Dimension, die alle optional sind, wie ein Hindernis-Parcours aufgebaut sind und als Belohnung besonders hochwertige Ausrüstungen bereithalten. Und dann gibt es noch die großen Rifts, die nur von Clank und Kit bewältigt werden können und jeweils drei Räume beinhalten, in denen wir immer größer werdende Knobelaufgaben lösen müssen, was mich persönlich stark an die Portal-Reihe erinnert hat und eine erfrischende Abwechslung zu dem sonst sehr Action-lastigen Gameplay darstellt.

Technisch lässt das Spiel ganz schön die Muskeln spielen und nutzt die Power der PS5 überaus gut aus. Das beginnt damit, dass so gut wie keine Ladezeiten vorhanden sind und wir die Auswahl aus drei unterschiedlichen Modi haben, die Grafik und Performance aufeinander abstimmen. Wir haben die Wahl zwischen 60fps mit variabler Auflösung, 60fps mit Raytracing und variabler Auflösung, oder nativem 4K bei stabilen 30fps und können selbstverständlich auch zwischen den Modi wechseln, wobei ich definitiv einen der Modi mit 60fps empfehlen würde, da die schnelle Action absolut davon profitiert. Und als First Party-Titel werden selbstverständlich auch Aktivitäten, Trophäen-Hilfen, echt bombastischer 3D Sound und auch die adaptiven Trigger benutzt. So werden diese je nach ausgewählter Waffe anders eingebunden, bieten unterschiedliche Modi, je nachdem, ob wir Durchdrücken, oder Halten und bieten auch unterschiedliche Feedbacks. Grafisch sind die Animationen und Charakterdesigns nicht mehr von professionellen Animationsfilmen zu unterscheiden, was sich besonders im Fell von Rivet und Ratchet zeigt, wo man jetzt einzelne Haare zählen könnte.

Insgesamt hatte ich mit Ratchet & Clank, wobei man der Vollständigkeit halber auch Rivet & Kit erwähnen müsste, eine Menge Spaß und Insomniac hat nach Spider-Man und Miles Morales einmal mehr bewiesen, dass sie ein herausragendes Studio sind, wenn es um Action geht. Das soll allerdings nicht sagen, dass es nur um Action geht, denn neben einer überraschend emotionalen Geschichte gibt es auch jede Menge Humor und tolle Dialoge mit interessanten Gestalten, wobei mein Favorit dabei mit Abstand Gerry, der Guru mit übersinnlichen Fähigkeiten ist, den man mehrfach im Spiel trifft. Es gibt lediglich ein paar kleinere Kritikpunkte, die ich auch noch loswerden muss, wie dass Rivet und Ratchet sich nicht nur absolut identisch steuern, sondern auch über die gleichen Waffen und Bolts verfügen. Aus einem Gameplay-Aspekt her ist das zwar durchaus nachvollziehbar, doch zumindest ein paar Bewegung zur Differenzierung hätten es für meinen Geschmack durchaus sein können. Gleiches gilt für die Bosse. Die sind zwar stellenweise echt atemberaubend, doch gerade die kleineren Bosse wiederholen sich viel zu oft, was mich an einigen Stellen durchaus „nicht schon wieder der…“ sagen ließ. Das sind aber wirklich kleinere Punkte der Kritik, denn über den Großteil der knapp 16-18 Stunden langen Actionorgie gab es wirklich gab es nicht viel dran auszusetzen. Das Spiel gewinnt zwar keine Innovationspreis, da es im Grunde „more of the Same“ mit leichten Neuerungen ist, was man von einer Reihe, die so lang existiert auch nicht wirklich anders erwarten kann, doch bietet familienfreundliche Unterhaltung auf allerhöchstem Niveau.

Entwickler: Insomniac Games

Publisher: Sony Interactive Entertainment

Erhältlich auf: PS5

NB@28.06.2021

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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Die verwendeten  Bilder und/oder Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright an der dargestellten Sache, bzw. dem Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.

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