PS4/PS5 Review: „Marvel’s Spider-Man: Miles Morales“ #Spider-Man #MilesMorales #Marvel

Wer das 2018er Spider-Man-Spiel, die Comics, oder den Film „Into the Spiderverse“ gespielt, gelesen, oder gesehen hat, der sollte bereit mit dem anderen großen Spider-Man, neben Peter Parker vertraut sein, dem titelgebenden Miles Morales. Genaugenommen wurde er sogar mit dem vorherigen Spiel und ihm Rahmen einer Mid-Credit-Scene dessen sogar explizit als nächste freundliche Spinne eingeführt, die von Insomniac zum Start der PS5 nun mit „Spider-Man: Miles Morales“ ihr eigenes Spiel bekommt. Im Vorfeld herrschte dabei viel Unsicherheit, ob das Spiel durch seine parallele Veröffentlichung auf der PS4 wirklich ein Nextgen-Spiel sei und allgemein, ob es sich nicht nur um einen aufgebohrten DLC mit einem höheren Preis handele. Aus diesem Grund habe ich mir das Spiel, das mir dafür freundlicherweise kostenfrei von Sony zur Verfügung gestellt wurde, was aber selbstverständlich keinen Einfluss auf meine Bewertung hat, einmal ganz genau auf beiden Plattformen angesehen.

Knapp ein Jahr ist seit den Ereignissen des ersten Teils vergangenen. Die Stadt scheint wieder sicher zu sein und mittlerweile kennt man in New York sogar zwei freundliche Spinnen aus der Nachbarschaft, wobei der „neue“, oder „andere“ Spider-Man es noch etwas schwer hat, da New York insgesamt acht Jahre lang nur das „Original“ kannte. Peter und Miles gehen daher zu zweit auf Streife, um für Recht und Ordnung zu sorgen und schaffen es mit vereinten Kräften im Prolog mit Müh und Not den Fiesling Rino, der es schafft bei einem Gefängnistransport auszubrechen, wieder zur Strecke zu bringen, was zu großen Teilen Miles‘ Verdienst ist, da er im Gegensatz zu Peter über Bio-Elektrizität, später als „Venom-Kräfte“ bezeichnet, verfügt.

Miles scheint also perfekt gewappnet zu sein dafür, dass er eine Zeit lang New York’s einziger Spider-Man sein kann, da Peter einen Auftrag in Europa angenommen hat und daher ein paar Wochen „verhindert“ ist. Und das ihm bevorstehende Abenteuer könnte man durchaus als Feuertaufe bezeichnen… – Denn nicht nur gibt es eine neue Gegnerfraktion, der hochentwickelte und gewaltbereite „Underground“ in der Stadt, die es aus anfänglich unerklärtem Grund gegen den Energiekonzern Roxxon abgesehen haben, sondern auch Roxxon scheint nicht die besten Absichten zu haben, was sich spätestens zeigt, als der bewaffneter Sicherheitsdienst beginnt Miles aus unbekanntem Grund anzugreifen, obwohl sie immer predigen „für die Menschen da zu sein“ und die Stadt mit sicherer und umweltfreundlicher Energie versorgen wollen. Etwas geht hier wirklich nicht auf, daher beginnt Miles zu ermitteln…

Wer das 2018er „Spider-Man“ kennt, der wird sich gleich wie zu Hause fühlen, denn sowohl von der Spielwelt, wie beim Spielprinzip hat sich nichts grundlegendes geändert. New York, bzw. Manhattan ist unsere in acht Bereiche aufgeteilte Spielwelt, die neben den Hauptmissionen, auch unterschiedliche Arten von Nebenmissionen, zufälligen Verbrechen und Sammelobjekte beheimatet, von denen man aber einige erst im Spielverlauf freischaltet. Die Spielwelt ist dabei identisch zum Originalspiel, wo allerdings in der Zwischenzeit Winter, Schnee, Eis und Weihnachtsdekoration Einzug erhalten haben. Auch die Missionsstruktur ist weitestgehend identisch, doch man kann nun Nebenmissionen und Verbrechen über Miles‘ Smartphone starten, was alle freuen dürfte, die die Platin beim Originalspiel angegangen sind. Denn wo man im Originalspiel warten musste bis die unzähligen Verbrechen zufallsgeneriert gestartet sind, kann man sie hier endlich manuell starten.

Ähnlich sieht es mit dem Kampfsystem aus, denn auch wenn der Großteil beibehalten wurde, so gibt es dennoch einige Verbesserungen. So beherrscht Miles direkt vom Anfang die Standards von Kampf und Fortbewegung, die wir als Peter im Vorgänger erst freischalten mussten, was aber durchaus Sinn macht, denn Peter hat sie bereits erlernt und hat sie wahrscheinlich Miles beigebracht. Neu dazugekommen sind die Venom-Kräfte mit denen Miles kraftvolle Zusatzangriffe durchführen kann, die an eine zusätzliche Energieleiste gebunden sind. So kann er bei voller Leiste entweder einen Venom-Schlag durchführen, der selbst starke Gegner aus den Socken haut, einen Venom-Stoss gleich mehrere Gegner wegstoßen, oder mit dem Venom-Stampfer alle Gegner in einem bestimmten Radius in die Luft katapultieren.

Weiter kann sich Miles kurzzeitig unsichtbar machen, was besonders für die Stealth-Missionen Gold wert sein kann und kann Takedowns nun auch von Wänden und Decken durchführen. Weiter gibt es auch eine paar neue Gadgets, die man im Kampf einsetzen kann, wobei im Gegenzug aber alle Gadgets abseits der normalen Web-Shooter weggefallen sind. Gleiches gilt für die Anzug-Kräfte, denn zwar findet man immer noch unterschiedliche Anzüge, aber keiner bringt besondere Fähigkeiten mit, im Gegensatz sind die allgemeinen Zusatzkräfte eher wie Perks zu sehen, die man nach Belieben in unterschiedliche Slots ausrüsten kann. Diese Anpassungen haben zur Folge, dass die Steuerung leicht umgestellt wurde und man über L1 nicht mehr das „Waffenrad“, sondern die Venom-Kräfte startet und man stattdessen zur Selektion der Gadgets R1, also die gleiche Taste wie den Einsatz des Gadgets verwendet, was mit etwas Eingewöhnung gut funktioniert, auch wenn ich anfangs manchmal unfreiwillig die Gadget-Auswahl aufrief, obwohl ich nur einen Web-Shooter abfeuern wollte.

Technisch macht das Spiel zwar auf der PS4 schon eine gute Figur, quasi identisch zum Originalspiel, doch lässt in der PS5 die Muskeln spielen und bietet viele kleine Verbesserungen. Am offensichtlichsten sind die verkürzten Ladezeiten, die selbst beim Spielstart nur wenige Sekunden betragen und im laufenden Spiel gar nicht auffallen. Selbst die Schnellreise geht umgehend, was selbst die Schnellreiseanimation aus dem Vorgänger unnötig macht. Weiter muss die Performance sowohl in Sachen Grafik, Details und Geschwindigkeit loben, denn auch wenn das Grundgerüst identisch zum Vorgänger ist, so reflektiert es überall durch das Eis auf den Straßen, Schneeflocken fallen vom Himmel und die Partikeleffekte auf Grund von Miles‘ neuen Venom-Kräften sind einfach nur toll anzusehen. Dem Spieler stehen dabei, ebenso wie beim Remaster des Vorgängers, zwei Spielmodi zur Auswahl:

Ein Grafik-Modus, der bei 30fps eine 4K-Auflösung mit Raytracing bietet und einen Performance-Modus, der auf Raytracing verzichtet und stattdessen aber stabile 60fps bei einer variablen Auflösung bietet. Auf der PS4 muss man sich hingegen mit 30fps begnügen und auf die schnelleren Ladezeiten und optischen Spielereihen verzichten. Da es sich um ein First-Party-Spiel handelt wird auf der PS5 natürlich auch der DualSense mit seinen Features gut ins Spiel implementiert, wo die adaptiven Trigger besonders beim Schwingen unterschiedliches Feedback geben, oder man direkt man Anfang, als Miles mit der U-Bahn fährt, sowohl die Fahrgeräusche und der Sog wiedergegeben werden. Notwendig ist das zwar überhaupt nicht, aber diese kleinen Details sorgen dennoch für mehr Immersion.

Insgesamt ist „Spider-Man: Miles Morales“ ein durchaus würdiger Nachfolger, der auf den Stärken des Vorgängers aufbaut und diese sinnvoll weiterentwickelt. Gleiches gilt für die Story, war diese im Vorgänger durch die Vielzahl der Gegner etwas überladen und waberte stellenweise ziellos vor sich hin, so bekommen wir hier zwar weniger Bosse, aber solche, die sinnvoll in die Story eingebaut wurden, die zusätzlich stringenter erzählt und gegen Ende auch emotionaler ist. Zwar gibt in der Spielwelt wenig neues, da man diese bereits aus dem Vorgänger kennt, doch die weihnachtliche Überarbeitung sie durch den Einsatz von Lichtern und Spiegelungen noch beeindruckender aus. Ebenfalls fand ich gut, dass sich die Anzahl von Neben- und Sammelaufgaben im Rahmen hielt und es einfacher war die einzelnen Bezirke 100% abzuschließen, denn das war beim Vorgänger gegen Ende nur noch stupide Fleißarbeit mit sich ständig wiederholenden Missionsabläufen. Mit etwas über 10 Stunden für die Story und ein paar Nebenaufgaben geht die Spielzeit an sich auch voll in Ordnung, zumal das Spiel etwas günstiger angeboten wird, als andere Spiele und man die Spielzeit durch weitere Nebenaufgaben um ein paar weitere Stunden verlängern kann. So ist es in meinen Augen wirklich ein echter Nachfolger, anstatt eines verlängerten DLCs. Und ja, es gibt selbstverständlich auch einen Teaser für das nächste Spiel, in dem wir hoffentlich neben Peter auch wieder Miles spielen dürften, denn seine neuen Kräfte haben den Kämpfen nochmal eine neue Dynamik verliehen.

Entwickler: Insomniac Games

Publisher: Sony Interactive Entertainment

Erhältlich auf: PS4, PS5

NB@07.12.2020

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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