PS4 Review: „Maid of Sker“ #MaidOfSker #SurvivalHorror

Nachdem der britische Publisher in der Vergangenheit fast ausschließlich FMV-Spiele, wie „Late Shift„, „The Shapeshifting Detective„, oder „The Complex“ herausgebracht hat, wendet man sich mit ihrem neuesten Werk neuen Gefilden, in Form eines selbst entwickelten waschechten Survival-Horror-Spieles, irgendwo zwischen „Residenz Evil VII“ und der Outlast-Reihe, zu. Und auch technisch handelt es sich dem Horror Spiel, das vor Gothic-Elementen nur so strotzt, um ein Novum, denn die komplette Spielwelt ist voll animiert und lässt sie uns komplett frei aus der Ego-Perspektive erkunden, was für einige Gänsehautmomente sorgt. Um herauszufinden, was das Spiel bietet und ob es die Reise wert ist, wurde mir dankenswerterweise vom Publisher ein kostenloser Code für die PS4-Version überlassen, was selbstverständlich keinen Einfluss auf meine Bewertung hat.

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Angesiedelt ist die Handlung des Spiels im Jahr 1898 und zieht Inspiration aus der britischen Folklore von der gruseligen Geschichte um Elizabeth Williams und dem sogenannten Sker-House. Die Geschichte beginnt dabei sehr ähnlich zu „Resident Evil VII“, indem wir per Brief informiert werden, dass unsere Geliebte Elizabeth von ihrer Familie in das kleine Küstenstädchen Sker verschleppt wurde und dort die nächste Maid of Sker werden soll. Wir treten daher, in der Rolle von ihrem geliebten Thomas, die Reise nach Sker an, wo sich gleich nach unserer Ankunft schon merkwürdige Ereignisse häufen. Und was wir finden übersteigt unsere finstersten Ängste und offenbart eine dunkle Geschichte um Folter, Sklaverei und eine böse Sekte, die alles daran setzen ihre Maid of Sker zu behalten…

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Die Handlung spielt sich dabei hauptsächlich im ortsansässigen Hotel ab, wo sich Elizabeth, wie wir kurz nach unserer Ankunft erfahren, vor einigen Verfolgern auf dem Dachboden verschanzt hat. Das Hotel an sich ist dabei sehr malerisch und idyllisch in der Mitte eines Waldes gelegen und auf hat auf den ersten Blick nichts wirklich bedrohliches. Das ändert sich aber auf den zweiten Blick, denn schon außen finden wir gespenstisch verlassene Kutschen, unachtsam weggeworfenes Gepäck und die ein oder andere ominöse Blutspur. Dennoch Bahnen wir uns den Weg durch das riesige Haus, von Etage zu Etage, immer weiter auf der Suche nach Elizabeth

(c) Wales Interactive

Wir erkunden das alte Gebäude es der Ego-Perspektive, finden Hinweise, lösen einige überraschend anspruchsvolle Rätsel, die durchaus aus einem Resident Evil stammen könnten. Da hören die Parallelen aber auch schon auf, denn spielerisch unterscheidet sich das Spiel ungemein von der Resident Evil-Reihe, denn auch wenn beide Spiele zum Survival-Horror-Genre gehören, so verzichtet „Maid of Sker“ auf den Einsatz von Waffen und man muss unterschiedliche Stealth-Taktiken einsetzen, um die Feinde zu umgehen. Ein besonders Feature sind dabei, dass bei den Auseinandersetzungen die Geräusche eine besondere Rolle spielen, denn unsere Feinde sind zwar blind, reagieren dabei aber schon auf den kleinsten Mucks. Wir müssen also aufpassen so wenig Geräusche, wie möglich zu machen und per Knopfdruck beide Hände über den Mund zu legen, damit uns nicht einmal der Atem verrät. Erst gegen Ende des Spiels kommt zwar eine Art Schall-Pistole dazu, aber damit lassen sich Feinde nur kurzzeitig stoppen und nicht töten. Und da die Munition darüber hinaus derart rar gesät, ist dass man nie mehr als eine Handvoll sein Eigen nennt, habe ich sie so gut wie gar nicht verwendet und stattdessen mit genügend Abstand und auf leisen Sohlen meinen Weg durch die Areale gefunden.

(c) Wales Interactive

Besonders fies ist dabei, dass es außer den Speicher-Räumen, in denen man an einem Grammophon den Fortschritt speichern kann, keine wirklich sicheren Bereiche gibt, da uns Feinde zum einen, wenn wir zu laut sind, durch mehrere Räume folgen, oder auch zufällig durch das Gebäude streifen und auch Türen kein Hindernis für sie darstellen. In diesem Punkt orientiert man sich also eher an den neuen Teilen von Resident Evil, anstatt den früheren, wo Gegner im Grunde immer an feste Bereiche gebunden waren. Und ohne zu viel zu verraten, findet man in „Maid of Sker“ sogar ein quasi-Äquivalent zu Mr. X aus dem Remake von „Resident Evil 2„, oder Nemesis aus dem Remake von „Resident Evil 3„.

(c) Wales Interactive

Die Geschichte ist zwar im direkten Vergleich zu „Resident Evil VII“ etwas vorhersehbarer und kommt mit weniger Wendungen aus, was aber nicht negativ ist, denn die düstere Atmosphäre sorgt ohnehin dafür, dass der Weg das Ziel ist. So bedient man sich allem, was stimmungsvollen Horror ausmacht, wenn gerade keine Gegner in der unmittelbaren Nähe sind: Knarrende Bodendielen, ominöse Musik, eine gruselige Beleuchtung und an jeder Ecke verdächtige Schatten und Geräusche schaffen es durchaus auch ohne eine (sichtbare) Bedrohung für Gänsehaut zu sorgen. Und sind dann plötzlich Gegner in der unmittelbaren Nähe wechselt diese Stimmung im Bruchteil einer Sekunde in waschechten Terror und das Gefühl von Beklemmung.

(c) Wales Interactive

Auch die allgemeine Technik kann sich sehen lassen und bietet gleich von Anfang an eine dichte Spielwelt, die vor Details nur so strotzt. Zwar findet man bei genauerem Hinsehen immer mal wieder recyclelte Assets, wie zum Beispiel eine verlassene Kutsche, die man auf dem Weg zum Hotel gleich mehrfach finden kann, doch im Großen und Ganzen bleibt das die Ausnahme, dass es dermaßen offensichtlich ist. Die Areale strotzen vor großen und kleinen Details und bieten auch abseits des Pfades, den das Spiel vorgibt, einiges zum Entdecken. Einzig drängt sich die Frage auf, warum das Spiel so überaus dunkel ausgeleuchtet ist. Denn auf der Standard-Helligkeit gibt es etliche Bereiche im Spiel, wo man so gut wie gar nichts sieht und in Folge dessen auch massive Probleme hat überhaupt den richtigen Weg zu finden. Und ehrlich gesagt dachte ich zuerst, dass ich etwas falsch gemacht habe, oder etwas übersehen habe, was die Navigation leichter macht, doch es scheint sich wirklich „nur“ um eine Design-Schwäche zu handeln, die man durch eine externe Anpassung der Helligkeit beheben kann.

(c) Wales Interactive

Insgesamt hatte ich, trotz des kleinen soeben besprochenen Kritikpunktes, wirklich viel Spass mit „Maid of Sker“. Die Geschichte ist spannend und selten habe ich eine derartig stimmige Gruselstimmung in  einem Videospiel erlebt. Hier muss man dem Walisischen Studio wirklich ein Kompliment machen, dass sie sich nicht nur auf billige Kartenspielertricks in Form von Jumpscares verlassen, sondern dem Spieler, in knapp 5 bis 6 Spielstunden zwar ein komprimierteres, aber rundes Erlebnis des Horrors bieten, das gerade im dunklen Zimmer mit Kopfhörern für ein mehr als mulmiges Gefühl sorgt. Gerade im Vergleich zu anderen Spielen, die sich oft nur auf einen Aspekt des Grusels versteifen hat mich „Maid of Sker“ von Anfang an in seinen Bann gezogen und lässt uns als Spieler nicht mehr so schnell los und hat für mich persönlich sogar besser funktioniert, als „Resident Evil VII“, das meiner Meinung nach als neues Franchise ohne den Ballast der Reihe besser funktioniert hätte. Wer daher ein wirklich tolles Survival-Horror-Spiel sucht, das es schafft beide Kernelemente des Genres gleichermaßen zu würdigen, sollte für seinen Sommerurlaub das Hotel Sker in Betracht ziehen…

Entwickler: Wales Interactive

Publisher: Wales Interactive

Erhältlich auf: PC, PS4, Xbox One

NB@17.08.2020

——— Hinweise & Disclaimer: ———

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3 Gedanken zu “PS4 Review: „Maid of Sker“ #MaidOfSker #SurvivalHorror

  1. Als großer Fan von Horror Spielen muss ich sagen, dass Maid of Sker wirklich sehr vielversprechend ausschaut. Besonders das Setting gefällt mir sehr, da ich Horrorspiele mit einem einzelnen großen Setting, wie eben Resident Evil 7 oder Amnesia, sehr mag.

    Was mich an Resident Evil immer etwas gestört hat, war das man gegen Ende des Spiels immer härter bewaffnet wurde und vom eigentlichen Horror nicht mehr viel übrig war. Da gefallen mir Games wie Maid of Sker viel bessser.

    Werde mir das Spiel definitiv mal selbst anschauen.

    Liken

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