Erst einmal ein „Frohes neues Jahr!“, ich hoffe ihr hattet, trotz all der EinschrĂ€nkungen und der aktuellen Lage dennoch eine ehrholsame Zeit. Auch wenn uns 2020  der Virus ziemlich im Griff hatte, scheint es nun endlich mit einer Impfung allmĂ€hlich wieder etwas Licht am Horizont zu geben. Es wird zwar noch eine ganze Weile dauern, bis wir wieder zur NormalitĂ€t zurĂŒckkehren können und zweifelsohne mussten wir dabei einige Federn lassen, aber dennoch gehe ich davon aus, dass 2021 wieder gut wird. Dennoch möchte ich mit euch auch nochmal einen Blick zurĂŒckwerfen, denn abseits der AusnahmezustĂ€nde war auch im Games-Bereich eine ganze Menge los, denn auch wenn die Gamescom nur digital stattfand und andere Messen gleich ganz abgesagt wurden, haben wir viele hochkarĂ€tige Spiele bekommen, sondern es hat auch eine komplett neue Konsolengeneration mit dem Release von Xbox Series X/S und PS5 begonnen. In 2020 wurden insgesamt 185 Berichte mit einer durchschnittlichen Anzahl von 1.114 Worten veröffentlicht. So habt ihr jede Woche montags, mittwochs und freitags jeweils einen neuen Bericht aus den Bereichen Reviews, News, oder Specials bekommen und ich bedanke mich an dieser Stelle herzlichst, auch im Namen des Teams, fĂŒr die treue Leserschaft.

Und bevor wir das Gaming-Jahr feierlich Revue passieren lassen, ein paar kleine allgemeine Bekanntmachungen: Da das alles neben dem Beruf ablĂ€uft blieb relativ wenig Zeit fĂŒr die Pflege der Seite, weswegen ich mit diesem Bericht eine kurze Pause zur Seitenpflege antreten möchte. Doch ihr braucht keine Angst zu haben, es wird sich dabei weder um Wochen, noch Monate handeln, sondern ich plane lediglich noch wenige Tage auszusetzen und die eingesparte Zeit fĂŒr Optimierungen zu nutzen und euch bereits am ĂŒbernĂ€chsten Montag, dem 11.01.2021 mit einer optimierten Seite und einem neuen Bericht live zu gehen. Solltet ihr WĂŒnsche und Anregungen haben, könnt ihr es gerne in die Kommentare schreiben und wir werden versuchen sie, wenn möglich, einzubauen.

Aber kommen wir doch Mal zum HerzstĂŒck des ResĂŒmees und widmen uns den Tops und den Flops des Jahres und habe eine „Top Ten“ und zusĂ€tzlich eine „Flop Five“ zusammengestellt, wobei ich mich zuerst mit letzterer beschĂ€ftige. Dabei gilt fĂŒr beide Listen die gleiche Vorgabe: Das Spiel muss in diesem Jahr erschienen sein, damit ich es berĂŒcksichtigen kann und ich muss es natĂŒrlich auch gespielt haben
 So werdet ihr, entgegen anderer Top-Listen im Netz, hier zum Beispiel kein „Animal Crossing“ finden, was in keiner Weise dem Spiel eine mindere QualitĂ€t attestieren soll, denn wenn es keiner im Team spielen und testen konnte, ist es einfach nicht möglich es objektiv mit den anderen Spielen zu vergleichen. Sofern es fĂŒr einen Eintrag bereits ein Review gibt, verlinke ich diese selbstverstĂ€ndlich. FĂŒr ein paar der Games ist das Review mitunter noch in Arbeit und ich hole die Verlinkung dann nach der Veröffentlichung nach. Aber jetzt ohne weitere Umschweife zur „Flop Five“ des Jahres 2020:

Flop 5: „Cyberpunk 2077“

Was ist hier nur schiefgelaufen, denn das wohl am meisten erwartete Spiel der letzten Jahre landet unrĂŒhmlich in der Flop-Liste? – Nein, das ist kein Schreibfehler, denn zum momentanen Zeitpunkt kann man das Spiel nicht guten Gewissens anders eingruppieren, denn was CD Project Red da zum Release abgeliefert wird einfach von zu vielen Problemen geplagt. Das geht sogar so weit, dass Sony das Spiel beispielsweise komplett aus ihrem Store entfernt hat und das Studio den Spielern UnterstĂŒtzung bei der RĂŒckgabe des Spiels zusichert. Dabei ist es wenig ĂŒberraschend, dass es so gekommen ist, denn die etlichen Verschiebungen, die intensive Crunch-Zeit der letzten Monate und der öffentliche Druck waren einfach zu viel. Im Nachhinein hĂ€tte man das Spiel am besten noch einmal verschoben, auch wenn man dann auf das lukrative WeihnachtsgeschĂ€ft verzichtet hĂ€tte. Und dennoch ist das Spiel im Kern keinesfalls schlecht, es ist nur etwas ĂŒberambitioniert und hĂ€tte daher noch etwas mehr Zeit im Ofen gebraucht. So geht die Technik besonders auf den kleinen Konsolen (Xbox One, Xbox One S, PS4, PS4 Slim) ziemlich in die Knie, doch auch den stĂ€rkeren Lastgen (Xbox One X, PS4 Pro), oder der Nextgen (Xbox Series X/S, PS5) wird das Spiel von unzĂ€hligen Bugs geplagt, die mir selbst auch ganz schön den Spielspass genommen haben. Diese fangen bei Slowdowns, Popins an und schaukeln sich zu Dealbreaker, wie nicht-erscheinenden Missionsmarken, oder gar Savegame-Bugs hoch. Es steht zwar außer Frage, dass CD Project Red das Ruder mit Updates und Patches nochmal rumreißen wird, aber wird wahrscheinlich noch einige Zeit dauern. Und sSo ist es, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt, mehr als verdient, dass das Spiel in der Flop 5 landet. Auch wenn ich wenn es heute wirklich Spaß macht, so war es zu Release mehr als ein Desaster und damit ein verdienter Platz 5!

Flop 4: „Bright Memory“

Was sucht man, wenn man eine neue Konsole sein Eigen nennt? – NatĂŒrlich das passende Spiel. Und auch wenn ich zum Launch von Xbox Series X/S bereits weit in „Call of Duty: Black Ops Cold War“, „Watch Dogs Legion“ und „Assassin’s Creed“ versunken war, waren das alles Titel, die ich bereits auf der alten Generation angefangen hatte zu spielen. Ich suchte daher nach etwas Neuem, von dem es leider auf der Xbox nicht so viel gab. Im Store wurde ich auf „Bright Memory“ aufmerksam, das fĂŒr die neuen Konsolen optimiert war, einen schicken Trailer hatte und mit einem dennoch schmalen Preis lockte. Ich schlug zu und bekam ein, zwar zugegebenermaßen optisch wirklich ansprechendes, obgleich aber unfertiges Spiel, das mit einer Spielzeit von maximal 15 Minuten nicht mehr als eine Tech-Demo ist. Wie ich spĂ€ter herausfand wurde das „Spiel“ von nur einem Mensch in seiner Freizeit entwickelt und soll irgendwann fertiggestellt werden. Solche Infos wĂ€ren durchaus vor einem Kauf wichtig zu wissen und so ist das Spiel, zumindest zum aktuellen Stand, leider nur etwas fĂŒr die Flop-Liste


Flop 3: „Remothered: Broken Porcelain”

Auf dem dritten Platz der Flop-Liste finden wir zur Abwechslung mal ein Spiel, das offiziell fertig ist, was man sowohl von „Cyberpunk 2077“, wie auch „Bright Memory“ ja nicht behaupten kann. Immerhin haben die Entwickler den Launch sogar vorgezogen, was in der Spielebranche meines Wissens nach noch nie vorgekommen ist. Ich hatte bereits eine Preview-Version des Spiels gespielt, wo es aber hieß, dass die Fehler zum Launch alle noch ausgebaut wĂ€ren. Ich war also noch guter Dinge und habe nach Release freudig die finale Version des Spiels gestartet, nur um herbe enttĂ€uscht zu werden. Dabei hat das Spiel an sich wirklich Potential, doch mit einer undurchsichtigen Geschichte, die zu allem Überfluss auch noch in der Zeit hin- und herspringt, nicht erklĂ€rten Spielmechaniken und jede Menge technischer Probleme wurde der Spielspass leider enorm getrĂŒbt. Mir ist durchaus bewusst, dass das Spiel im Kern mit seinen Anleihen bei Silent Hill, oder den Filmen von David Lynch wirklich Potential hat, man muss nur sehr viel Frust dulden können, um es wĂŒrdigen zu wissen. So liegt der Horror leider eher in der Technik, als im Spiel an sich


Flop 2: „Fast & Furious Crossroads”

Oh, “Fast & Furious Crossroads”, wo soll ich nur beginnen. Ich mag die Filme wirklich. Sie sind zwar absolut hirnloser Quatsch, aber immerhin ist es unterhaltsamer Quatsch. Man kann sein Gehirn getrost ausschalten, genehmigt sich, vielleicht auch mit ein paar Kumpels zusammen, das ein oder andere KaltgetrĂ€nk und ab geht die Post. Ähnliches habe ich von Crossroads erwartet, zumal mit Vin Diesel und Michelle Rodriguez auch zwei Veteranen der Reihe in der Entwicklung involviert waren. Und das ist im Nachhinein auch noch das Beste an dem Spiel, auch wenn das absolut kein PrĂ€dikat ist, da die Schauspieler durch die Bank emotionslos ihre SĂ€tze runterrattern, dass man meint es mit einem Laientheater zu tun zu haben. Und alles andere ist sogar noch schlimmer: Die Grafik ist auf PS2-Niveau, das Spiel ruckelt ohne Ende und die Missionen sind einfach nur langweilig, so langweilig sogar, dass ich das Spiel nur kurzer Zeit entnervt aus der Konsole genommen habe und bisher keinerlei Kraft hatte meine Erfahrungen in einen Bericht fließen zu lassen. Man sollte meinen das Genre „Lizenzgurke“ an sich wĂ€re ein Relikt der Vergangenheit und Spiele von heute können gar nicht mehr so schlecht sein, doch wer das behauptet hat noch keinen Blick auf „Fast & Furious Crossroads“ geworfen. Und wenn das so ist, solltet ihr alles daran setzen, dass es so bleibt!

Flop 1: „PS5 / Xbox Series X/S Vorbestellung“

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Vorbestellung und damit in direkter Konsequenz der Launch der neuen Konsolen, eine absolute Katastrophe war. Die Vorbestellungen der PS5 sind viel zu frĂŒh online gegangen und so sind einfach viel zu viele Interessierte komplett leer ausgegangen. Ich habe es auch nur mit MĂŒh und Not geschafft mir eine Konsole zu sichern und hatte bis zum Zeitpunkt, als ich die PS5 von DHL entgegennehmen konnte, wirklich gebangt, da man mit immer neuen Hiobsbotschaften konfrontiert wurde. Microsoft machte sich im ersten Moment noch darĂŒber lustig, hatte aber die gleichen Probleme und zu allem Überfluss sind auch noch die Server des offiziellen Shops von Microsoft zum Verkaufsstart abgestĂŒtzt. Auch hier sind viele leer ausgegangen, wobei die kleinere Version der Konsole, die „Xbox Series S“ noch einige Tage im Vorverkauf war, bis auch hier alle Vorbestellungen aufgebraucht waren. Insgesamt scheint die VerfĂŒgbarkeit von Microsoft’s Konsolen seitdem immer wieder kurzzeitig gegeben zu sein, wo hingegen man flĂ€chendeckend keine PS5 bekommen kann und erst im neuen Jahr, aber ohne konkreten Zeitpunkt, mit Nachschub zu rechnen ist. Hier gab es bestimmt an Weihnachten das ein oder andere lange Gesicht, was ĂŒberaus schade ist und daher ein absolut verdienter Flop 1 des Jahres 2020!

So, dann aber genug mit dem negativen, denn wo Schatten ist, ist aber bekanntlich auch Licht und 2020 sind ein paar wirklich tolle Games erschienen. Insgesamt war die Release-Dichte durch die Veröffentlichung der neuen Konsolengenerationen und trotz Corona um einiges höher, als beim letzten Jahr, weswegen es mir umso schwerer gefallen ist eine Top-Liste zu kĂŒren. Lediglich um die Weihnachtszeit bin ich an Punkte gekommen, wo ich mir doch etwas mehr gewĂŒnscht hĂ€tte, denn gefĂŒhlt haben alle Publisher mit dem Release der neuen Konsolen ihr Pulver verschossen und danach kam so gut wie nichts mehr. Aber so hatte ich immerhin auch etwas Zeit mich meinem Backlog zu widmen, der auch immer mehr anwĂ€chst, bevor es im kommenden Jahr mit ein paar Knallern weitergeht. Einleitend muss ich aber noch erwĂ€hnen, dass es dennoch nicht alle großen (und zweifelsfrei auch guten) Releases in die Liste geschafft haben. So ist nicht nur „Ori and the Will of the Wisps“ knapp herausgefallen, sondern auch von „Tony Hawk’s Pro Skater 1+2“, „Doom Eternal“ und „The Pathless“ könnte einigen in der Top Ten fehlen. FĂŒr jede dieser UmstĂ€nde gibt es dabei ganz andere GrĂŒnde, was in keiner Weise heißen soll, dass die Spiele schlecht sind, sondern es gab einfach viel zu viele herausragende Spiele und irgendwo muss man zwangslĂ€ufig einen Cut machen. Ich habe viel Zeit in meine persönlichen Tops dieser Jahre einfließen lassen und am Ende eine Liste erarbeitet, die neben Major-Releases auch kleinere Perlen enthĂ€lt und da ich den Beitrag nicht mit einer Top 20 ĂŒberfrachten wollte, gibt es eben ein paar Spiele, die es leider nicht in die Liste geschafft haben. Doch bevor wir nĂ€her auf den Ausblick eingehen, schauen wir uns doch mal meine persönliche Top 10 des Jahres 2020 an:

Top 10: „Immortals Fenyx Rising“

Bis vor kurzem hĂ€tte ich auf Platz 10 mit „Watch Dogs Legion“ noch ein anderes Ubisoft-Spiel gesehen, doch dann kam „Immortals Fenyx Rising“ um die Ecke und hat mich wirklich kalt erwischt. Das Spiel, das vor seinem aus rechtlichen GrĂŒnden notwendigen Rebranding als „Gods & Monsters“ angekĂŒndigt und entwickelt wurde weicht sowohl optisch, wie auch vom Ton her von den anderen Open-World-Spielen des französischen Publishers ab, indem es statt realistischer Grafik auf eine bunte Comicgrafik setzt und erzĂ€hlerisch jede Menge Witz mit sich bringt, was dem Spiel ĂŒberaus gut steht. Wir spielen dabei den oder die Titelgebende Fenyx, die wir am Spielbeginn komplett frei erstellen können und haben als Aufgabe die goldenen Inseln, was eine fiktive Version des antiken Griechenlands ist, vom bösen Typhon zu befreien, was uns mit vielen Personen und Ereignissen aus der griechischen Mythologie konfrontiert. Auch spielerisch kann das Spiel, das ĂŒberaus starke Inspiration von „Zelda: Breath of the Wild“ zieht, ĂŒberzeugen und kann durchaus als Geheimtipp angesehen werden, da das Spiel bisher recht wenig Aufmerksam genießt, oder gar als Kinderspiel abgetan wird, was absolut unbegrĂŒndet ist.

Top 9: “Crash Bandicoot 4: It’s about Time”

Satte 22 Jahre nach dem dritten Teil der Reihe hat dieses Jahr endlich „Crash Bandicoot 4: It’s about Time“ das Licht der Welt erblickt, wobei der ironische Titel sowohl inhaltlich, wie auch außerhalb des Spiels gut funktioniert. Entwickelt von Toys for Bob, die zuvor das wirklich gelungene Remake der Spyro-Trilogie entwickelt haben und mit Crash im Rahmen von Skylanders die ersten BerĂŒhrungspunkte hatten, wurde eine vollkommen legitime Fortsetzung auf die Beine gestellt, die es schafft an den Charme und das Spielprinzip der Trilogie anzuknĂŒpfen. Dabei knĂŒpft das Spiel direkt an das Ende von Teil 3 an und Crash muss nichts geringeres als das Multiversum retten, was ihn in unterschiedliche Dimensionen (und Zeitperioden) verschlĂ€gt und eine nicht nur toll anzusehende, sondern auch ziemlich fordernde Erfahrung ist, die sich kein Freund von Plattformern entgehen lassen sollte.

Top 8: “Mafia: Definitve Edition”

Zweifelsfrei gab es viele Remakes in 2020 und so haben es auch einige dieser Spiele in die Top-Liste geschafft. Den Anfang macht dabei das langersehnte Remake eines meiner Lieblingsspiele der PS2-Ära, die optisch ganz schön in die Jahre gekommen sind, mit dem ersten Teil der Mafia-Reihe. Wir erleben dabei hautnah mit, wie vom Taxifahrer Tommy Angelo ein Waschechter Gangster im Auftrag der Mafia wird, wobei das Spiel starke Inspiration von „Goodfellas“ und andere Klassikern des Filmgenres zieht. Entwickelt wurde das Spiel dabei von „Hangar 13“, den Entwickler von „Mafia 3“, die unter der Verwendung der Engine des dritten Teils ein wirklich schickes Spiel auf die Beine gestellt haben. Allerdings muss man anmerken, auch wenn man viele kleine Patzer des Originals, wie zum Beispiel das unsĂ€gliche Rennen etwas verbessert hat, so ist es nicht von der Hand zu weisen, dass es sich immer noch um ein altes Spiel in neuem Gewand handelt. Die Open World steckte zu diesem Zeitpunkt noch in den Kinderschuhen und wird daher so gut wie gar nicht ausgenutzt, wenn man von ein paar mickrigen Sammelobjekten absieht. Hier hĂ€tte man durchaus etwas mehr machen können, denn abseits davon hat mich das Spiel nochmal genauso begeistert, wie auf der PS2


Top 7: „Resident Evil 3“

Das letztes Jahr erschienene Remake von „Resident Evil 2„, der Teil, der fĂŒr viele das Highlight der Reihe darstellt, hat gezeigt, wie eine nahezu perfekte Neuinterpretation aussehen muss. Man bedient sich des bekannten Konzepts und Story als Ausgangslage, aktualisiert diese, um auch heute relevant zu sein weiter und spricht damit sowohl neue, wie auch alte Spieler mit einer Kombination aus Nostalgie und ModernitĂ€t an. Der Anspruch an das Remake des dritten Teils war daher entsprechend hoch, auch wenn das Original schon damals eher zu den Lowpoints der Reihe zĂ€hlte, da es wenig neues bot, weniger ausgefeilt daherkommt und mehr auf Action, statt Horror setzte. Dazu kam noch, dass das Spiel in Deutschland nur stark zensiert erschien. Das ist beim Remake zwar nicht mehr der Fall, aber dennoch hatte es das Spiel nicht einfach, da es mit mehr Fokus auf Action eben kein zweites „Resident Evil 2“ ist und zusĂ€tzlich einige ironische Szenen aus der Vorlage der Schere zum Opfer gefallen sind. So fehlt leider der Glockenturm komplett, was ich persönlich als besonders schade empfinde. Doch auch der Umstand, dass wir im Vergleich zum VorgĂ€nger nur einen Hauptprotagonisten haben, gibt es nur einen linearen Verlauf und keine unterschiedlichen VerlĂ€ufe. Das sorgt dafĂŒr, dass es zum einen weniger Wiederspielwert bietet und zum anderen erheblich kĂŒrzer ausfĂ€llt. Dennoch hatte ich eine Menge Spaß mit dem Spiel und die kleinen Kritikpunkte fĂŒhren nur zu einer geringen Abwertung. Wer das Spiel noch nicht gespielt hat, sollte ihm durchaus eine Chance geben.

Top 6: „Persona 5 Royal”

Wie „Persona 5“, kam das nicht schon vor ein paar Jahren heraus? – Ja und nein, denn Entwickler Atlus veröffentlicht die Spiele der Reihe immer doppelt, wobei es sich bei der zweiten Veröffentlichung immer um eine immens erweiterte Version handelt, die sich teilweise stark von der ursprĂŒnglichen Version unterscheiden kann. So folgt „Royal“ zwar der gleichen Story, doch die Handlung wurde um ein drittes Semester verlĂ€ngert, es gibt einen neuen Dungeon und neue Charaktere, die in die Geschichte des Originals eingebunden wurden, anstatt nur kĂŒnstlich dazu gedichtet. Weiter hat Protagonist Joker nun auch neue Tools, wie einen Greifhaken im GepĂ€ck, der auch bereits neue Gebiete und Wege in vermeintlich bekannten Arealen eröffnet. Insgesamt bietet die neue Version genug Alleinstellungsmerkmale, um nicht „nur“ als Update, sondern als eigenstĂ€ndiges Spiel wahrgenommen zu werden. Wer das Spiel bisher nicht gespielt hat und langen JRPGs nicht abgeneigt ist, bekommt mit „Royal“ definitive Version des Spiels das weit ĂŒber 100 Stunden Spielzeit bereithĂ€lt.

Top 5: “Marvel’s Spider-Man: Miles Morales”

Ich muss wirklich zugeben, dass ich was Miles Morales angeht etwas skeptisch war, was aber hauptsĂ€chlich am Marketing des Spiels lag. Zum einen wurde immer wieder betont, dass es sich um ein sehr viel kleineres Abenteuer, als das 2018er „Marvel’s Spider-Man“ handeln wĂŒrde und zum anderen ruderte Sony nach der ursprĂŒnglichen AnkĂŒndigung als reines Nextgen-Spiel zurĂŒck und kĂŒndigte eine parallele Veröffentlichung auf der PS4 an. Doch auch wenn im Vergleich zu anderen reinen Nextgen-Spielen weniger Wow-Effekt aufkommen mag, so ist es dennoch ein echt tolles Spiel geworden, das direkt an den VorgĂ€nger anknĂŒpft und Miles Morales das Spotlight ĂŒberlĂ€sst, der sogar ein insgesamt emotionaleres Abenteuer als Peter erlebt und mit einigen neuen FĂ€higkeiten aufwartet. Auch die weihnachtliche Kulisse von New York im Winter sieht toll aus, auch wenn man sich bewusst sein muss, dass es sich um die exakt gleiche Spielwelt mit anderen Texturen handelt. Wer das virtuelle New York bereits in und auswendig kennt wird daher nichts Neues erleben. Auch in Sachen Kampfsystem und Missionsdesign gibt es „more of the same“, wobei das nicht unbedingt negativ auffĂ€llt, denn warum sollte man etwas versuchen zu reparieren, was gar nicht kaputt ist. Die Spielzeit ist mit etwas ĂŒber 10 Stunden meiner Meinung nach auch vollkommen in Ordnung, zumal das Spiel etwas gĂŒnstiger vertrieben wird, als normal. Wer das 2018er Spiel noch nicht gespielt hat und das gerne nachholen will, sollte zur Deluxe Edition greifen, denn diese beinhaltet neben dem neuen Spiel auch ein komplettes Remaster des Originals, das bislang exklusiv in Verbindung mit Miles Morales zu bekommen ist.

Top 4: „Demon’s Souls“

Neben „Marvel’s Spider-Man: Miles Morales“ und „Immortals Fenyx Rising“ hat es mit dem Remake von „Demon’s Souls“ noch ein Nextgen-Spiel in die Top Ten geschafft, wobei es das einzige Spiel ist, das ausschließlich auf der PS5 erhĂ€ltlich ist und auf der neuen Plattform in beeindruckender Weise die Muskeln spielen lĂ€sst. Entgegen des Originals, das seiner Zeit noch auf der PS3 erschienen ist, saß beim Remake nicht From Software, sondern stattdessen die Remake-Spezialisten von Blue Point am Steuer, die das Spiel von der Pike auf neu entwickelt haben, ohne dabei das Original aus den Augen zu verlieren. Im Vergleich zu Dark Souls, das das Genre erst richtig populĂ€r machte, ist es noch etwas mehr Rollenspiel und an einigen Stellen etwas roher. So gibt es noch keine zusammenhĂ€ngende Spielwelt und auch keine klassischen Lagerfeuer in den Levels, an denen wir unsere Energie auffĂŒllen können. Dennoch ist das Spiel mit der richtigen AusrĂŒstung und Taktik insgesamt leichter, als die Nachfolger, was aber nicht bedeuten soll, dass es leicht wĂ€re, denn am Schwierigkeitsgrad wurde nicht geschraubt. Allerdings ist das Spiel technisch auf der Höhe und nutzt eindrucksvoll die VorzĂŒge der neuen Hardware. Wer eine Herausforderung sucht und gleichzeitig sehen möchte, was die PS5 so alles kann, der sollte auf jeden Fall zugreifen.

Top 3: “Ghost of Tsushima”

Damit sind wir auf dem Treppchen angekommen und auf dem dritten Platz findet sich kein geringeres Spiel, als „Ghost of Tsushima“, die LiebeserklĂ€rung an die Samurai-Filme von Kurusawa und die japanische Kultur im Allgemeinen. Wir verkörpern Jin Sakai, einen der letzten Samurai, der sich auf der Insel Tsushima gegen die mongolische Invasion zur Wehr setzt. Dabei ist er gezwungen aus dem Schatten zu agieren, um gegen die brutale Übermacht eine Chance zu haben, was ihm nach kurzer Zeit den Namen Ghost einbringt und ihn zu einer Legende fĂŒr die Menschen von Tsushima werden lĂ€sst. Das spannende und technisch beeindruckende Open-World-Spiel ist im Grunde das, was sich die Spieler seit Jahren von der Assassin’s Creed wĂŒnschen und wo Ubisoft diese WĂŒnsche konsequent zu ignorieren scheint, wurden sie von Sucker Punch Productions, dem Studio hinter der Sly– und Infamous-Reihe erhört. Da das Studio seit 2011 zu Sony gehört ist das Spiel exklusiv auf der PlayStation erschienen und lieferte somit den perfekten Swan Song fĂŒr die scheidende Konsolengeneration, als das letzte große Spiel, das exklusiv auf der PS4 erschienen ist.

Top 2: „Final Fantasy VII Remake”

Gerade das Spiel wĂ€re fast mein Spiel des Jahres geworden, wurde aber nach langer AbwĂ€gung „nur“ zum zweitbesten Spiel, was daran liegt, dass es lediglich ein Remake ist. Doch was fĂŒr eins… – Denn sich an einem Remake eines derart hoch angesehenen Klassiker, wie „Final Fantasy VII“ zweifelsohne einer ist, zu versuchen, kann eigentlich nicht gut gehen. Zu hoch sind die Erwartungen der Fans. Allerdings hatte letztes Jahr „Resident Evil 2“ eindrucksvoll gezeigt, dass es durchaus möglich ist, wenn man dabei behutsam vorgeht. Und genau so hat es Square Enix geschafft ein rundum gelungenes Spiel abzuliefern, das das Original wĂŒrdigt, ohne aber eine einfache aufgeblasene Kopie mit besseren Texturen zu sein. Gleichermaßen hat der Entwickler auch einigen Mut zur LĂŒcke bewiesen und aus ambitionierten QualitĂ€tsansprĂŒchen dem Umfang des Remakes zunĂ€chst auf einen kleineren Teil des Originals, konkret geht es um die Handlung in Midgard, beschrĂ€nkt, wobei der Rest der epischen Geschichte in weiteren Teilen erzĂ€hlt werden soll. Was fĂŒr Kenner des Originals erst mal abstrus klingen mag, funktioniert ĂŒberraschend gut, da man die Handlung (sinnvoll) erweitert hat, interessante Nebenhandlungen, samt aufschlussreicher Hintergrundinformationen und Sozialkritik, eingefĂŒgt hat und gleichzeitig einen passenden Punkt fĂŒr ein vorlĂ€ufiges Ende, samt Cliffhanger versteht sich, gefunden hat. Dabei bietet das Spiel ein komplett ĂŒberarbeitetes Kampfsystem, das eine Kombination aus einem modernen System in Echtzeit und Elementen eines Rundenbasierten Systems darstellt. Optional kann man aber die Echtzeit-Elemente auch komplett von der CPU steuern lassen, wenn man es „klassischer“ bevorzugt. Ich habe „Final Fantasy VII Remake“ mindestens genauso genossen, wie das Original und war und ist auch technisch auf der Höhe der Zeit. Ich bin mal gespannt wann es mit dem nĂ€chsten Teil des Remakes weitergeht und wie viele Teile es am Ende werden…

Top 1: „The Last of Us Part II”

Das wahrscheinlich meist polarisierende und fĂŒr mich beste Spiel des Jahres, wenn nicht gar der letzten Jahre, ist zweifelsfrei der zweite Teil von The Last of Us, dem ich neben einem ausfĂŒhrlichen Review auch eine detaillierte Analyse mit Spoilern gewidmet habe. Auch wenn viele das anders sehen werden, so hat mich das Spiel so berĂŒhrt und mitgerissen, wie kein anderes. Es war eine wahre Achterbahnfahrt der GefĂŒhle und Storytelling in seiner besten Form, das auch nicht vor ĂŒberaus harten und kontroversen Entscheidungen zurĂŒckschreckt. Anstatt Joel, verkörpern wir in der Fortsetzung, die einige Jahre spĂ€ter einsetzt Ellie, die sich nach einem dramatischen Ereignis auf einen unerbittlichen Rachefeldzug begibt. Doch auch wenn die Dramaturgie zunĂ€chst klar in Schwarz und Weiß gegliedert wirkt, so muss man schnell erkennen, dass sich die RealitĂ€t nicht derart simplifizieren lĂ€sst. Genauer kann ich leider nicht ins Detail gehen, um nichts zu spoilern, aber ich kann Interessierten gerne meine verlinkten Berichte ans Herz legen. Nur noch so viel: Lasst euch nicht von den teils negativen Berichten beeinflussen, versucht auch einen großen Bogen um Spoiler zu machen und bildet euch am besten selbst eine unvoreingenommene Meinung. Ich habe das Spiel bereits mehrfach durchgespielt und hoffe dennoch entweder auf ein Nextgen-Update, oder gleich ein komplettes Remaster, um das Spiel nochmal neu zu erleben.

Und auch wenn sich das spielerische Recap von 2020 damit dem Ende neigt, so bleibt zumindest noch der Ausblick auf das Jahr 2021, wo uns spieletechnisch auch einiges erwartet. Zum einen bin ich wahnsinnig gespannt, ob CD Project Red bei „Cyberpunk 2077“ noch das Ruder rumreißen kann, denn im Kern ist es ein wirklich gutes Spiel, was aber momentan von zu viel Schlechtem ĂŒberschattet wird. Zum anderen ist es mehr als interessant zu sehen wohin sich die Nextgen-Spiele entwickeln werden, denn der kleine Vorgeschmack in 2020 lĂ€sst großes erwarten, wenn nicht nur neue Teile von Hitman, Resident Evil und Far Cry erscheinen, sondern auch „Horizon: Forbidden West“ und sogar „God of War: Ragnarok“ auf den Konsolen landen. Und hoffentlich bekommen wir den Virus auch so weit in den den Griff, dass wir unsere Leben wieder ohne EinschrĂ€nkungen genießen und vielleicht auch wieder die ein oder andere Großveranstaltung besuchen können, was mir in 2020 wirklich gefehlt hat.

Aber wie sieht eure Liste der Spiele des Jahres aus? Was waren eure High- und Lowlights und auf was freut ihr euch im kommenden Jahr 2021 besonders? Gibt es wĂŒnsche an die Zukunft der Berichterstattung? Lasst es mich und die anderen Leser gerne in den Kommentaren Wissen. Abseits davon verabschiede ich mich und wĂŒnsche sowohl euch, als auch euren Familien einen guten Start in ein möglichst schönes und erfolgreiches Jahr 2021!

NB@01.01.2021

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Wenn euch der Beitrag gefallen hat wĂŒrde ich mich natĂŒrlich ĂŒber eure Likes, Retweets, Abos oder auch Feedback freuen. Gleiches trifft aber auch zu, wenn ich eurer Meinung nach etwas hĂ€tte besser machen können. Konstruktive Kritik hilft bekanntlich nur, wenn man sie auch bekommt, also lasst es mich einfach wissen.

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3 Antworten zu „Special: „Tops & Flops des Jahres 2020““

  1. Super Zusammenfassung des Gaming-Jahres!
    Bin mal auf dein Cyberpunk Review gespannt, wenn cdpr die Bugs behoben hat. Ansonsten gute und ehrliche Liste. Dir und dem Team auch ein Frohes Neues und vielen Dank fĂŒr die ganzen Berichte durch das Jahr – so nebenbei.
    Was mich noch interessiert, wie sieht denn dein/euer backlog aus bzw. was steht in deinem pile of shame noch so rum?

    VG der Mo
    P.s. Freu mich schon auf das neue Layout 😉

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    1. Vielen lieben Dank. Im Backlog befindet sich viel zu viel, um alles aufzuzĂ€hlen. Ein paar Highlights sind allerdings noch „Godfall“, „Bloodstained 2“, „Telling Lies“ und einen ganzen Haufen Indies. Weiter darf man auch nicht die Retrogames vergessen, wo auch ein paar echte Leckerbissen in Arbeit sind. FĂŒr Nachschub in 2021 ist also auf jeden Fall gesorgt 😁

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  2. Gute Übersicht. Danke

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