Ich liebe bekanntlich die Castlevania-Reihe, habe nahezu alle Teile mehrfach durchgespielt und kehre immer wieder zu den Klassikern zurück, wenn ich mal eine Auszeit brauche. Auch wenn die Reihe. Heute gibt es zwei Ausprägungen von Spielen der Reihe: 3D-Teile, die im Grunde kaum was mit dem Ursprung der Reihe zu tun haben und 2D-Metroidvania-Teile auf Handhelds, die das Spielprinzip von „Symphony of the Night“ reproduzieren, wobei sind beide Varianten sehr von den ersten Teilen der Reihe unterscheiden. Angefangen hat nämlich alles als recht lineare 2D-Jump-n-Run-Reihe, denen Konami nun in einer „Anniversary Collection“ huldigt.

Entgegen der vorherigen Sammlung „Castlevania Requiem“, mit „Castlevania – Rondo of Blood“ und „Castlevania – Symphony of the Night“, die ausschließlich auf der PS4 erschienen ist, ist die Sammlung, die am 16.05.2019 erschienen ist, sowohl für PS4, Xbox One und Nintendo Switch erhältlich und umfasst insgesamt 8 Spiele aus der Anfangszeit der Reihe. Da die Spiele auf unterschiedlichen Systemen der 8- und 16-Bit-Zeit erschienen sind habe ich zu jedem Titel auch das System in Klammern vermerkt, auf dem das Spiel erschienen ist.

Enthalten sind die folgenden Titel:

  • Castlevania (NES)
  • Castlevania II: Simon’s Quest (NES)
  • Castlevania III: Dacula’s Curse (NES)
  • Super Castlevania IV (SNES)
  • Castlevania – The Adventure (GB)
  • Castlevania II: Belmont’s Revenge (GB)
  • Castlevania – Bloodlines / New Generation (Mega Drive)
  • Kid Dracula (Famicom)

Besonders erwähnenswert ist dabei das Spiel “Kid Dracula”, das bisher lediglich in Japan erschienen war und für diese Sammlung komplett in Englisch lokalisiert wurde. Doch auch andere Teile der Sammlung sind mittlerweile ziemlich schwer zu bekommen, wenn man die Module in seiner Sammlung aufnehmen möchte, weswegen diese Collection eine super Gelegenheit ist die Teile nochmal zu spielen. Und für einen regulären Verkaufspreis von 19,99€ sind das gerade mal 2,50€ pro Spie…

Zu den Spielen an sich muss man wahrscheinlich nicht mehr viele Worte verlieren, da wahrscheinlich jeder mit der Reihe vertraut ist, weswegen ich es an dieser Stelle kurz mache: Es geht um den Ewigen Kampf zwischen Gut und Böse. Das Böse wird hier durch Dracula verkörpert, der allerdings eine schier unbegrenzte Gefolgschaft an Zombies, Werwölfen bis hin zum personifizierten Tod und Frankenstein’s Monster im Gepäck hat. Dem stellt sich die Vampirjägerfamilie Belmont in unterschiedlichen Inkarnationen entgegen, so kämpfen wir in einigen Teilen als Simon Belmont, spielen aber zum Beispiel im dritten Teil unter anderem seinen Vorfahren Trevor Belmont nebens alternativen Charakteren wie Dracula’s Sohn Alucard. Einzig in „Kid Dracula“ wechselt die Perspektive und wir spielen eine Chibi-Version von Dracula, der sich durch sein Schloss kämpft und jede Menge Monster ausschaltet, was wahrscheinlich dafür gedacht war auch jüngere Spieler anzusprechen.

Die Spiele sind dabei unverändert zu ihren Originalreleases, wenn man von der Übersetzung von „Kid Dracula“ mal absieht. Alle anderen Spiele sind so, wie sie im Westen veröffentlich wurden, wobei man die amerikanischen ROMs als Grundlage für das Release genommen hat. Inhaltlich gab es dort zwar im Vergleich zu den japanischen Versionen den ein oder anderen Zensurschnitt, einen Zustand der Konami allerdings auch schon adressiert hat. So soll in Kürze per Update eine Möglichkeit in die Sammlung implementiert werden die ROM-Version zwischen USA und JAP wechseln zu können. Ein genaues Datum dafür steht allerdings noch nicht fest.

Dass die Sammlung von M2, die unter anderem auch an der Sega Ages-Reihe arbeiten, in Sachen Retrogames kein unbeschriebenes Blatt sind zeigt sich auch in der technischen Ausstattung der Sammlung, denn für jedes Spiel stehen unterschiedliche Filteroptionen, Bildformate, Rahmen und Save-States zur Verfügung. Die Spiele laufen dabei flüssig und ohne erkennbare Probleme. Allerdings sollte man natürlich berücksichtigen, dass die Spiele in keiner Form überarbeitet wurden und exakt so laufen, wie sie es bei ihrer ursprünglichen Veröffentlichung getan haben. So ist die Übersetzung von „Castlevania II: Simon’s Quest“, auch wenn sie heute von Fans via Patches korrigiert wurde, in ihrer ursprünglichen und leider teilwiese falschen Version. Gleiches gilt für die Gameboy-Teile, denn diese kommen ohne Farbe aus. Zwar gibt es als Filteroption eine Farboption, die dem Output über den „Super Gameboy“ nachempfunden ist, aber dennoch bleiben die Spiele damit visuell weniger ansprechend als die anderen Teile. Zusätzlich findet sich in der Sammlung noch das „Bonus Book“ als Unterpunkt des Hauptmenüs, ein Kompendium an Zusatzmaterialien zu allen enthalten Spielen, die neben Konzeptgrafiken auch die Cover-Artworks aus unterschiedlichen Länderversionen, Anleitungen, sowie allgemeinen Tipps zu jedem der Spiele. Hier kommen Retro-Enthusiasten ganz auf ihre Kosten, denn gerade diese Zusatzinfos sind heute für alte Spiele manchmal sehr schwer zu finden…

Insgesamt hat mir die Sammlung wirklich gut gefallen, denn sie stellt eine interessante Retrospektive über die Anfänge der Reihe dar. Schade ist nur, dass es ein paar unerklärliche Lücken in der Sammlung gibt, so ist das Arcade-Spiel „Haunted Castle“ ebenso wenig Bestandteil der Sammlung, die das Wii-Remake von „Castlevania – The Adventure“, das erweiterte Remake von Teil 1 „Castlevania: Chronicles“ oder auch der an „Castlevania – Rondo of Blood“-angelehnte SNES Teil „Vampire’s Kiss“. Aber das ist an sich schon Jammern auf hohem Niveau, wenn man bedenkt, dass 8 Klassiker in der Sammlung zu finden sind, die sonst als Modul nur unwahrscheinlich teuer zu bekommen sind, sofern man überhaupt noch gut-erhaltene Fassungen auftreiben kann. Und wenn dann noch die japanischen ROMs nachgeliefert werden gibt eh es fast nichts mehr zu meckern.

NB@28.05.2019

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Disclaimer: Die verwendeten Screenshots wurden, wenn nicht anders angegeben, vom Autor selbst erstellt und dienen zur Unterstützung des Berichtes. Das Copyright am dargestellten Spiel bleibt davon selbstverständlich unberührt und verbleibt beim ursprünglichen Rechteinhaber.